Glasfaser soll Kupfer ersetzen

Weg vom Schneckentempo: Schnelles Internet in Weißenhasel

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Schaltzentrale an der Hauptstraße in Weißenhasel: Der alte Verteilerkasten würde durch einen neuen ersetzt. Hier könnte das Glasfaserkabel vom Reichenberg aus hinführen. In der Hauptstraße des Nentershäuser Ortsteils liegen bereits Leerrohre.

Weissenhasel. Jedes Dorf braucht schnelles Internet, um auf Dauer ein lebenswerter und attraktiver Wohnort zu bleiben. In Weißenhasel ist da bislang noch Schneckentempo angesagt.

Das könnte schon bald anders werden. Horst Fey lädt alle Bürger zu einer Informationsveranstaltung für Donnerstag, 1. Oktober, ab 19 Uhr ins Dorfgemeinschaftshaus in Weißenhasel ein.

Thema wird sein: Welchen Weg will Weißenhasel einschlagen, um möglichst bald schnelles Internet zu bekommen? Vor allem zwei Varianten stehen zur Auswahl.

Die Telekom hat vor kurzem ein neues Angebot für den Ort vorgelegt. Sie will mit 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) in den Ort reingehen. Wer in der Nähe des Umsetzers wohnt bekommt dann eine Leistung von etwa 80 Mbit/s. Garantiert wird jedem auch noch so abgelegenen Haushalt eine Leistung von mindestens 30 Mbit/s.

Leerrohre bereits verlegt

Leerrohre für Glasfaserkabel an der Hauptstraße waren bereits im Zusammenhang mit der Dorferneuerung gelegt worden. Zu den Häusern würden dann die alten Kupferkabel weiter genutzt.

„Zum Nulltarif wird es das aber nicht geben“, betont der Ingenieur Fey. Die Telekom will alle Materialen zur Verfügung stellen. Die Erdarbeiten müssen die Weißenhaseler selbst bezahlen. Wie hoch die Kosten sind, wird an dem Info-Abend mitgeteilt.

Horst Fey kennt die Zahlen schon: „Dieses Angebot ist erheblich besser als die bisherigen. Das können wir stemmen.“ Mit allen Interessenten müsste ein Verein gegründet werden. Fey hofft, dass die Vereinsmitglieder für einige Zeit einen Preisnachlass bei der Telekom bekommen, damit sich ihr finanzieller Einsatz am Anfang nach einigen Jahren wieder amortisiert hat.

Ein Jahr für die Umsetzung

Fey geht davon aus, dass Weißenhasel bei diesem Angebot in etwa einem Jahr schnelles Internet hat. Der kürzeste Anschlussweg würde vom Reichenberg bis zur Ortsmitte führen. Das Glasfaserkabel könnte am Rand eines asphaltierten Wirtschaftsweges verlegt werden.

Vorgestellt wird außerdem die Initiative der fünf nordhessischen Landkreise, die den Bürgern flächendeckend ein leistungsfähiges Internetangebot bereitstellen will. „Warum sollen wir nicht auf dieses Modell warten?“, wird eine Frage sein, um die es geht.

Fey will die Bürger entscheiden lassen. Sie sollen an dem Abend informiert werden, mit den Experten diskutieren und am Ende abstimmen, welchen Weg sie gehen wollen.

„Auch an die Enkel denken“

Der Weißenhaseler will mit seiner Initiative die Bürger wachrütteln: „Schnelles Internet ist extrem wichtig.“ Die Schüler brauchen es für die Schule. „Auch Heimarbeitsplätze werden immer wichtiger“. Die Liste ist lang.

„Wer es als Älterer vielleicht nicht braucht, sollte dennoch an seine Enkel denken und zu der Veranstaltung kommen“, sagt er. Fey ist vor allem eins wichtig: Das Weißenhasel beim Internet kräftig aufs Gaspedal tritt, um den Anschluss an die Zukunft nicht zu verpassen.

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