Wiederaufforstung

Schüler und Studenten pflanzten mehr als 2500 Bäume in Rotenburg

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Symbolischer Spatenstich: Sebastian Daher von der Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (von links), Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamts Rotenburg, und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer pflanzen eine Douglasie.

Hilfe bei der Wiederaufforstung: Studenten aus dem Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz und Schüler der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg haben über 2500 Bäume gepflanzt. 

Nachdem der waldhessische Wald in den vergangenen Jahren vor allem durch Sturmschäden und Borkenkäferbefall massiv gelitten hat, haben 90 Studenten aus dem Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz im Rotenburger Wald rund 2000 neue Bäume gepflanzt. 

„Wir möchten mit dieser Wiederbewaldungsaktion zeigen, dass die Jugend nicht nur fordert, sondern auch etwas unternimmt für unseren Wald“, sagte Sebastian Daher. Der 24-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist Vorsitzender der Hauptjugend- und Auszubildendenvertretung am Rotenburger Studienzentrum und hatte die Idee zu dieser Pflanzaktion.

An vier Tagen sind insgesamt 90 angehende Finanzwirte und Rechtspfleger – freiwillig und ohne Gegenleistung – ausgerückt, um in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Rotenburg oberhalb der Ohliede auf einem dreieinhalb Hektar großen Waldstück Douglasien-Setzlinge zu pflanzen. „Dass so viele mitgemacht haben, zeigt, dass uns der Wald nicht egal ist“, sagte Daher, der zugleich verkündete, dass das Studienzentrum eine langjährige Waldpatenschaft anstrebt und dass sich Studenten auch künftig um die Fläche kümmern wollen.

Forstamtsleiter: "Die Hilfsbereitschaft tut uns richtig gut"

Zum Abschlusstag, passenderweise dem „internationalen Pflanze-eine-Blume-Tag“, reiste auch Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer aus Wiesbaden an, um die Studenten – zumindest symbolisch mit zwei selbst eingesetzten Bäumchen – zu unterstützen. Der 54-jährige CDU-Politiker lobte das Engagement der Studenten. „Wenn ich als Dienstherr sehe, mit welchem Verantwortungsgefühl sich die jungen Menschen hier einbringen, macht mich das sehr stolz“, sagte Schäfer, dessen Ministerium für die Aktion 5000 Euro beigesteuert hat.

Auch Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamtes Rotenburg, freute sich über die Unterstützung: „Die Hilfsbereitschaft der Studenten tut uns Förstern richtig gut“. Die Pflanzaktion war Teil des von der Landesregierung ins Leben gerufenen Mitmachprojekts „Unser Wald“, das das Ziel hat, mit Spenden- und Pflanzaktionen den Wald zu stärken.

Die nächste öffentliche „Unser Wald“-Pflanzaktion im Landkreis Hersfeld-Rotenburg findet statt am Samstag, 21. März, in Obergude. Anmeldung im Forstamt Rotenburg unter Telefon 0 66 23 /9 20 20.

"Nicht nur reden, sondern auch machen"

Unabhängig vom Einsatz der Studenten des Studienzentrums haben am Donnerstag auch 20 Schüler der Jakob-Grimm-Schule neue Bäume im Rotenburger Wald gepflanzt. „Wir wollen nicht nur über den Klimawandel reden, sondern auch aktiv etwas machen“, sagte Lehrer Ralf Frank. 

Mit vereinten Kräften: Hannes Fuhrmann (von links), Horst Häde, Giovanne Siebert, Rainer Stachainczyk und Lehrer Ralf Frank setzten an der Ohliede junge Bäume ein.

Die neu eingesetzten Pflanzen seien „wichtige CO2-Speicher für die nächsten hundert Jahre“. Die Schüler der neunten und zehnten Klasse des Kurses „Natur und Umwelt“ ließen sich auch vom strömenden Regen nicht beirren und setzen an der Ohliede auf einer besonders von Borkenkäferbefall und Sturmschäden gezeichneten Waldfläche Baum für Baum in den Boden: insgesamt 500 Douglasien und 30 Spitz- und Feldahorne sowie Kirschbäume. 

Douglasien kommen mit Trockenheit besser zurecht als beispielsweise Fichten und gelten als standfester. Fichten hatten unter den Borkenkäfern und der anhaltenden Dürre besonders gelitten. Eine professionelle Anleitung erhielt die Schülergruppe von einem Team des Forstamts Rotenburg. „Das ist eine super Aktion der Schüler“, sagte Wolfgang Adam vom Forstamt, der den praktischen Waldunterrichtstag koordiniert hatte. Auch diese Pflanzaktion war Teil der Landesinitiative „Unser Wald“. 

Helfende Hände: Dr. Sebastian Breker vom EAM-Regionalzentrum (von links) und Karl-Heinz Lies vom Verein Gemeinsam in Rotenburg, hier mit Schüler Lars Sackmann, steuerten 1000 Euro für die Pflanzaktion bei.

Finanziell und tatkräftig unterstützt wurden Schüler und Forstamt auch vom Verein Gemeinsam in Rotenburg und dem regionalen Energieversorger EAM. Beide stellten zusammen 1000 Euro für die Setzlinge zur Verfügung und sorgten für die Verpflegung der Nachwuchs-Förster. „Wir finden es vorbildlich, wie sich die jungen Menschen einsetzen“, sagte Karl-Heinz Lies, Vorsitzender des Rotenburger Vereins.

Hintergrund: Forstamt hat 60 Prozent des Fichtenbestands verloren

Durch Stürme, Sommer-Dürre und die Borkenkäferplage hat das Forstamt Rotenburg nach Auskunft von Wolfgang Adam rund 60 Prozent des gesamten Fichtenbestandes verloren. Allein wegen Sturm Friederike im Jahr 2018 seien 313 000 Festmeter Sturmholz angefallen. Der normale Jahreseinschlag liege bei 120 000 Festmetern.

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