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Sexueller Missbrauch in Osthessen: Anklage gegen ehemaligen Lehrer erhoben

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Von: Laura Hellwig

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Justitia Symbolbild
Justitia (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Ein ehemaliger Lehrer aus Göttingen wird wegen des Verdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Nord- und Osthessen angeklagt.

Wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs in über 100 Fällen hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen einen ehemaligen Lehrer aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg am Landgericht Fulda Anklage erhoben.

Dem 47-Jährigen, der an der Haselbachschule in Lispenhausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg und an der Kleeblatt-Grundschule in Wehretal im Werra-Meißner-Kreis als Lehrer und Schulleiter tätig war und zuletzt in Göttingen wohnte, wird vorgeworfen, sich an Schutzbefohlenen vergangen zu haben. Er sitzt seit Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft. Den Haftbefehl hatte das Amtsgericht in Bad Hersfeld erlassen.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in einer Pressemitteilung bekannt gibt, gehen die Ermittler derzeit von 64 Missbrauchstaten an Kindern und 35 Taten an Jugendlichen aus. Über Jahre soll der mutmaßliche Täter, der als engagierter Pädagoge und Chorleiter galt, sich an Minderjährigen vergangen haben. Von Januar 1998 bis Dezember 2021 soll es an mehreren Orten in Nord- und Osthessen zu den Missbrauchstaten gekommen sein. Anfang des Jahres war der Mann wegen Krankheit in den Ruhestand versetzt worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen derzeit außerdem 15 Taten im Zusammenhang mit dem Besitz kinder- und jugendpornografischer Inhalte vor. Die digitale Verbreitung von Aufnahmen des Missbrauchs war es auch, die den Fall ursprünglich ins Rollen gebracht und den Verdacht auf den ehemaligen Lehrer gelenkt hatte. Der entscheidende Hinweis kam laut Generalstaatsanwaltschaft vom us-amamerikanischen National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC).

Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen und eine Auswertung von Datenträgern, die bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellt worden waren, stützten den Verdacht des mehrfachen sexuellen Kindesmissbrauchs, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Das Landgericht Fulda muss nach der Erhebung der Anklage nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Die Termine für eine Hauptverhandlung stehen deshalb bislang noch nicht fest.

„Ich bin schockiert. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wären wir menschlich sehr enttäuscht“, erklärte Jürgen Krompholz vom Staatlichen Schulamt in Bebra.

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