Ehemaliges Café Gerlach

Sophia Kaur hat in Rotenburg das Frühstücks-Café „House Adell“ eröffnet – direkt am Marktplatz

Klar, Kaffee gibt es auch im House Adell und auch noch viele Arten: Sophia Kaur freut sich über den gelungenen Start als Gastgeberin des neuen Cafés.
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Klar, Kaffee gibt es auch im House Adell und auch noch viele Arten: Sophia Kaur freut sich über den gelungenen Start als Gastgeberin des neuen Cafés.

Rotenburg ist um eine Attraktion reicher: Eine junge Einheimische hat jetzt am Marktplatz das Frühstücks-Café „House Adell“ eröffnet. Auf der Karte findet sich viel Exotisches.

Rotenburg – Sophia Kaur bringt zwei Komponenten zusammen, die eigentlich nur schwer zusammen gehen: Internationalität und geliebte heimische Provinz. Das Café, das die gebürtige Rotenburgerin nun in ihrer geschichtsträchtigen Heimatstadt eröffnet hat, heißt nicht etwa Landgrafenstübchen, sondern House Adell. Und die Speisekarte verheißt Klassisches und viel Exotisches – „homemade“, also selbst gemacht, wie die 29-Jährige verspricht.

Sophias Eltern betreiben seit über 30 Jahren die Pizzeria Rialto in Rotenburg, und anders als ihre beiden Geschwister wollte die junge Frau immer schon in der Gastronomie arbeiten. Nach dem Abitur an der Jakob-Grimm-Schule studierte sie in Marbella International Hospitality Management. Dazu gehörten Praktika in gastronomischen Unternehmen in Indien und London.

Sophia Kaur studierte in Marbella, lernte in London und München. Jetzt ist sie wieder in Rotenburg.

Nach dem Bachelor zog es Sophia nach London. Sie absolvierte dort eine einjährige Ausbildung für Patisserie und arbeitete weitere eineinhalb Jahre in einem Café, dessen Neueröffnung sie schon miterleben und gestalten konnte. Bei der Erinnerung glänzen Sophias Augen: „London ist aufregend, schnell und perfekt für Aus- und Weiterbildung“, sagt sie.

Dann wechselte Sophia nach München und arbeitete auch dort bei einer Neueröffnung mit. Sehr zufrieden sei sie an der Isar gewesen und habe nicht gedacht, dass sie zurück nach Rotenburg gehen würde. „Und dann kam der Anruf von meinem Vater, dass das Haus Domm mit dem ehemaligen Café Gerlach zu verkaufen ist. Ich habe gleich gesagt, dass ich komme. Ich hatte so ein gutes Bauchgefühl ...“ Ein eigenes Café sei schon immer ihr Traum gewesen.

Der Traum in Rotenburg zog sich noch eine Weile hin, bis alle Verhandlungen abgeschlossen und die anschließende Sanierung des historischen Gebäudes abgeschlossen waren. Und da war ja noch Corona. „Das hat aber irgendwie immer alles gepasst. Selbst Corona, weil wir die Zeit gut für die Bauarbeiten nutzen konnten. Ich hatte nie das Gefühl, dass etwas nicht klappen würde“, sagt sie und strahlt.

Nicht einmal der Klassiker unter den Problemen in der Gastronomie, die Personalrekrutierung, sei schwergefallen. „Ich hatte viele Bewerbungen und konnte wählen“, erzählt sie. Inzwischen gehören sechs Festangestellte und sechs Minijobber zum Mitarbeiterkreis.

Die Chefin selbst steht in der Küche und benutzt gern das englische Wort „passion“, also Leidenschaft für das, was sie dort tut.

Das Auge isst mit: Kühler Industriebodenbelag neben orientalisch anmutenden Fliesen und Teppich, plüschiges Sofa neben klassischen Kaffeehausstühlen.

Viel Liebe zum Detail: Sowohl in der Innenraumgestaltung als auch auf der Speise- und Getränke-Karte

Ja, es steht Konfitüre auf der internationalen Karte, aber nur selbst gemachte. Und auch die Kräuterbutter, der Frischkäse, die Kuchen und Häppchen, einfach alles soll „homemade“, sein. Nur das deftige Brot kommt von Bäcker Heinzerling. Sophia Kaur hofft, dass die Gäste diese Bemühungen anerkennen. Der Geschmack muss stimmen, sonst kommen sie nicht wieder, weiß die junge Unternehmerin. Und sie achtet auch darauf, dass die Optik des Gerichts stimmt.

Auch das Café selbst bietet was fürs Auge: kühler Industriebodenbelag neben orientalisch anmutenden Fliesen und Teppich. Dazu ein plüschiges Sofa neben klassischen Kaffeehausstühlen. Verschiedene Beleuchtungen, ein Thekentisch, der auch Arbeit am Laptop ermöglicht – „ein bisschen wie ein Wohnzimmer“, wollte es Sophia Kaur haben, und so wirkt es jetzt auch.

Demnächst kann die Außenbestuhlung auf dem Marktplatz folgen. Jetzt sind im Gebäude sechs Wohnungen renoviert und bereits vermietet worden. Eine ist darunter, die als kleines Ferienappartement für zwei Personen angeboten und schon gut genutzt wird. Frühstück, gibt es im Erdgeschoss im House Adell. Homemade, versteht sich. (Silke Schäfer-Marg)

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