Spuren-Sprayer in Rotenburg aufgespürt: Das Geheimnis der Fußabdrücke

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Marketing-Idee: Urheber Torben Schäfer (links), zusammen mit Norbert Saal, der mit den Enkelkindern Rafael und Fabio in Rotenburg Urlaub macht. 

Rotenburg. Neongrüne Fußspuren sowie knallig pinke Punkte ziehen sich durch Rotenburgs Innenstadt - und niemand weiß, was das soll. Bis jetzt, denn wir sind dem Sprayer auf die Spur gekommen.

Grüne Fußspuren, runde rote Punkte: Sie verteilen sich auf dem Pflaster des Rotenburger Marktplatzes, führen durch die Brückengasse hinüber in den Steinweg, zieren den Bürgersteig entlang der Breitenstraße - und lösten in den vergangenen Tagen bei vielen Rotenburgern und Besuchern die Frage aus: Was soll das? Der Verursacher der Punkte verriet tagelang niemandem, was es damit auf sich hat. Wir haben ihn aufgespürt.

Die Rotenburgerin Sabine Reinhardt gehört zu denen, die sich über den Sinn der Zeichen Gedanken machen und mit den Freundinnen im Sportstudio rätselte: „Wir haben auf Kindergarten oder Schule getippt. Ob das was mit Ostern zu tun hat?“

Rätselraten in der Stadt

Norbert Saal aus Thüringen, der als Urlauber mit Ehefrau und Enkelkindern in Rotenburg weilt, fielen die Spuren auch auf. Ein Wegweiser, vermutete er - aber wohin, weiß er nicht. Auch die Geschäftsleute wundern sich, so wie Manal Iskandarani vom Manal Mini Market: „Möglicherweise hat es mit einem Sportereignis zu tun?“ Für Fragezeichen sorgten die Fußspuren ebenfalls in der Bornschisser-Gruppe auf Facebook: Jenny Görz tippt dort auf eine Schnitzeljagd, Andreas Marx spekuliert: „Vielleicht ist Rotenburg jetzt ein Außenstützpunkt der Documenta.“ „War Hulk in Rotenburg?“, fragt Heike Zimmermann, und Sabine Meise vermutet die Musikgruppe Schlossgeister hinter der Aktion.

Auch Bürgermeister Christian Grunwald als Eingeweihter beteiligt sich und tippt wider besseren Wissens auf die Kinderbuchfigur Sams, die in Rotenburg ihre Punkte verloren habe. Dass Ingrid Sänger und ihre Kolleginnen der Tourist-Information am Marktplatz nur mit den Schultern zucken, wenn jemand nach der Bedeutung der Spuren fragt, hat einen besonderen Grund: In ihrem Büro versteckt sich der Urheber:

Torben Schäfer, Leiter des Rotenburger Stadtmarketings. Er sitzt hinter seinem Schreibtisch und freut sich klammheimlich über den Wirbel, für den die bunte Kreide in der Stadt gesorgt hat. Als „Guerilla-Marketing“ bezeichnet er die Aktion. Mitten in der Nacht ist er durch die Straßen geschlichen und hat sie mit Schablonen und sprühbarer Kreide verziert. Das Ziel: „Man verändert etwas im Stadtbild, um die Leute ins Gespräch zu bringen und neugierig zu machen auf die eigene Stadt.“ Darin, dass sie für Gesprächsstoff gesorgt hat, sieht er den Erfolg der Aktion. Die Fußspuren sollen außerdem signalisieren: Rotenburg kommt in Bewegung und macht Schritte nach vorne. Der Regen, verspricht er, werde die Kreide bald wieder abwaschen. Und er ergänzt schmunzelnd: „Nur hat es jetzt länger nicht geregnet.“

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