"Auch mal Mut zeigen"

Stadt kauft zwei Fachwerkhäuser im Rotenburger Steinweg

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Erst mal kaufen, dann mal sehen: Die Häuser Steinweg 3 und 5 in Rotenburg sollen im Zuge des Stadtumbauprogramms von der Stadt gekauft werden. Die beiden Gebäude stehen auf einer Grundfläche von 150 Quadratmetern.

Die große Mehrheit der Rotenburger Stadtverordneten hat grünes Licht gegeben für den Ankauf der Fachwerkhäuser Steinweg 3 und 5. 

Nur die UBR-Fraktion im Stadtparlament ließ sich nicht überzeugen. Das entscheidende Argument heißt aus Sicht von Bürgermeister Christian Grunwald Flächensicherung.

Die beiden Fachwerkhäuser stehen nicht jeweils unter Denkmalschutz, sondern fallen unter Ensembleschutz. Das heißt, man könnte sie abreißen und durch einen, dem Umfeld angemessenen, Neubau ersetzen.

Die Häuser sollen insgesamt 155.000 Euro kosten. 70 Prozent würden durch das Land gefördert. Hinzu kämen Abrisskosten und gegebenenfalls Neubaukosten. Sollte die geräumte Fläche von 150 Quadratmetern nach einem Abriss an einen privaten Investor weiterverkauft werden, müsste der Landeszuschuss zurückgezahlt werden.

Das denken die Vertreter der Parteien

Für Hartmut Grünewald (UBR) gab es zu viele offene Fragen, um einem Ankauf zuzustimmen. Seine Fraktion sei nicht grundsätzlich gegen den Ankauf, wolle aber das Risiko kennen. Die Häuser zu kaufen, um sie dann nur weiterzuverkaufen, hält Grünewald für „Unsinn“, weil das den Verkauf nur verteuere. Sollte die Stadt die Fläche weiter nutzen wollen, müsse es sauber aufgeschlüsselte Informationen über Zins und Tilgung, Nutzung und Folgekosten geben.

Der Betriebswirtschaftler Wolfgang Bodenstein (SPD) hatte für sich selbst überschlägige Rechnungen vorgenommen und war sich sicher: „Das wirft den Rotenburger Haushaltsplan nicht um.“ Er forderte seine Kollegen auf, „auch mal Mut zu zeigen“. Denn es gebe in Rotenburg einfach keinen funktionierenden Markt für die Fachwerkimmobilien.

Jonas Rudolph (CDU) sieht das ähnlich. Es sei zwar nicht Aufgabe der Stadt, Immobilien zu kaufen, aber man müsse einen Stein ins Rollen bringen, wenn man die Innenstadt neu gestalten will. „Wenn wir nichts machen, macht es niemand“, ergänzte Bodenstein die Argumentation.

Investoren seien nicht daran interessiert, mit einzelnen Hausbesitzern zu verhandeln. Sie fragten einfach nach interessanten Flächen. Mit dem Ankauf könne man diese schaffen, warb Bürgermeister Christian Grunwald. Auch beim Stadtumbau in Bebra hätten sich die Nachbarn zuerst um Flächensicherung bemüht.

Fläche gesichert und Recht, über Nutzung zu entscheiden 

Das Unwohlsein einiger Stadtverordneter, Geld auszugeben, ohne am Ende zu wissen, was aus der Investition wird, stieß zwar zum Teil auf Verständnis. Aber der Wille, die Flächen zu sichern und die Festlegung, dass die Stadtverordneten auch über die endgültige Nutzung entscheiden können, setzte sich durch.

In Zahlen mit 22 Ja-Stimmen, und drei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung seitens der UBR.

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