Hoher Sarnierungs-Bedarf

Für einen Euro: Stadt Rotenburg will Haus Marktplatz 3 verkaufen

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Soll vom Schandfleck zum Blickfang werden: Das Haus Marktplatz 3. Die Stadtverordneten wollen, dass es der Stadtmarketing- und Entwicklungsgesellschaft angeboten wird.

Rotenburg. Für einen Euro soll das Haus Marktplatz 3 in Rotenburg der neuen Stadtentwicklungsgesellschaft MER angeboten werden. Das haben die Stadtverordneten entschieden.

Den Beschluss fassten sie am Donnerstagabend einstimmig, bei Enthaltung des UBR-Vertreters Wilfried Roß.

Das Fachwerkgebäude gehört seit 2009 der Stadt, stand viele Jahre leer und muss grundlegend saniert werden - wir berichteten. Derzeit befindet sich die gläserne Werkstatt der Zimmerei Hohmeister im Erdgeschoss.

Die MER soll dann die Sanierung übernehmen und entsprechende Kredite aufnehmen, für die die Stadt bürgt. Das Gebäude könnte dann von der MER und der Tourist-Information genutzt werden. Außerdem könnten Büros und Wohnungen entstehen.

Bauteile austauschen

Ein Gutachten vom Sommer besagt, dass die Sicherung der Fassade umgehend in Angriff genommen werden muss und beschädigte Bauteile ausgetauscht werden müssen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass 300 000 Euro investiert werden müssten, um einen einigermaßen verkehrssicheren Zustand zu erreichen, erklärte Bürgermeister Christian Grunwald.

Es gehe nicht nur um die Erneuerung von Befestigungen und Netz. Akut einsturzgefährdet sei das Gebäude jedoch nicht, ergänzte er gestern. Zimmermeister Jörg Hohmeister, der das Gebäude gut kennt, bestätigt das. Die Stadtverordneten hatten darüber zu entscheiden, ob die Stadt 300 000 Euro nur zur Sicherung des Gebäudes investiert und damit den Haushalt belastet oder ob man die Komplettsanierung von der MER übernehmen lässt.

Ziel ist auch, das Gebäude beispielgebend zu sanieren und ein Modell zu entwickeln, das auch für andere Fachwerksanierungen dienen kann. Die MER soll Berater und Dienstleister dafür werden.

Nicht besser stellen

Nicht durchsetzen konnte sich die UBR-Fraktion mit ihrem Antrag, die MER mit 150 000 Euro für die Sicherung auszustatten. Die Stadtentwicklungsgesellschaft dürfe nicht besser gestellt werden, als jeder andere Käufer, erklärte Grunwald. Bei Verkaufsverhandlungen sei es nicht üblich, dem Käufer einen Risikozuschlag zu gewähren. Wolfgang Bodenstein (SPD) sagte, nun entstehe die Chance, aus einem Schandfleck einen Blickfang zu machen. Er geht davon aus, dass die Sanierung zwischen einer und 1,5 Millionen Euro kosten wird.

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