Stadtumbau-Veranstaltung

Lebhafte Debatte um das Rotenburg von morgen

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Wie soll Rotenburg gestaltet werden? Darüber diskutierten zum Beispiel Bürgermeister Christian Grunwald und Optikermeister Wolfgang Schneider (links), Vorn von links Klaus Esche, Ulrich Körner und Hans-Georg Frankenberg.

Ihre Ideen und Kritikpunkte zum Stadtumbau in Rotenburg haben überraschend viele Bürger am Samstag beim „Tag der Städtebauförderung“ vorgebracht.

Aufgrund des schlechten Wetters fand die Veranstaltung in der Tourist-Information statt. Dort herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.

Martin Blank vom Planungsbüro „Schöne Aussichten“ war ein gefragter Mann im dichten Gedränge. Unter dem Arbeitstitel „Blauer Pfad“ geht es vornehmlich um die Achse Zwickel bis Marktplatz, bei der der Steinweg natürlich wieder heftigst diskutiert wurde. Autos raus oder rein?

Für Ernst-Georg Frankenberg zum Beispiel ist klar: „Der Steinweg muss befahrbar bleiben.“ Für ihn hat der geschäftsmäßige Niedergang der Straße ursächlich mit der Verkehrsberuhigung zu tun. „Vorher war mehr los“, sagt er. Ulrich Körner widerspricht da vehement: „Die Strukturen haben sich verändert. Daher rührt der Leerstand.“ Man habe auch mehr alte und gehbehinderte Menschen in der Stadt, für die Treppen in Geschäfte ein Hindernis seien. Körner wünscht sich mehr Sauberkeit in der Stadt und eine Promenade entlang der Fulda im Bereich Neustadtstraße. Auch sei mehr Flexibilität bei der Denkmalbehörde nötig, damit Verschönerungen in der Stadt einfacher und bezahlbar vorgenommen werden könnten. Körner vermisst den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl in der Stadt.

Viele Besucher sprachen sich für die Umgestaltung zur Fußgängerzone aus. Sie versprechen sich davon bessere Möglichkeiten für die Gastronomie und die Kommunikation auf der Straße.

Viele Diskussionsansätze: Martin Blank vom Büro „Schöne Aussichten“ (Mitte) erklärt den „Blauen Pfad“.

Optikermeister Wolfgang Schneider, der ein Geschäft im Steinweg betreibt, plädiert ebenfalls dafür, Investitionen in die attraktive Gestaltung von Gebäuden zu erleichtern. Eigentümer müssten ihre renovierten Räume zu vernünftigen Mieten anbieten, wünscht sich Schneider, der ebenfalls dafür plädiert, Autoverkehr und vor allem Parkmöglichkeiten zuzulassen.

Das sieht Tom Möller ähnlich. Der Ehemann von Apothekerin Sabine Möller sagt, eine reine Fußgängerzone sei auch dann schwer umzusetzen, wenn aus leer stehenden Geschäften Wohnraum würde. Wie sollten die Mieter die Wohnungen erreichen? Eine attraktivere Gestaltung des Steinwegs wünscht auch er sich. Gastronomie mit Außenbestuhlung sollte möglich bleiben, auch wenn Autos weiterhin fahren und auch parken dürfen.

Diese Variante hatte Bürgermeister Christian Grunwald bei seiner Begrüßung genannt: Es gehe nicht um ein Dogma, sondern um die Abwägung von Vor- und Nachteilen für die Stadt. Möglich ist der Steinweg als Fußgängerzone, aber auch als Durchfahrtsstraße mit regulären Kurzparkplätzen. Dabei müsste die Gastronomie so abgegrenzt werden, dass die Außenbestuhlung weiter möglich sei. Das Gesicht der Straße solle sich auf jeden Fall verändern.

Grunwald berichtete auch, dass die Stadt zwei Häuser kaufen könne und darüber entscheide, ob sie saniert und neu genutzt oder abgerissen und eventuell durch Neubauten ersetzt werden könnten. Der Bürgermeister sprach von einem Privileg, endlich aktiv den Prozess gestalten zu können, um die Stadt nach vorn zu bringen.

Grunwald zog am Sonntag eine positive Bilanz der Veranstaltung: Die meisten Besucher hätten erkannt, dass sich in Rotenburg gerade viel bewegt, auch wenn es beim Stadtumbau dauere, bis Ergebnisse sichtbar werden.

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