Alles neu durch Kunststoff

Stadtwerke Rotenburg erneuern Wasserleitungen am Eselspfad

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Neue Wasserleitung am Rotenburger Eselspfad: Julian Gers von der Firma Primus Line und Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke Rotenburg mit einem Stück des neuen Kunststoffrohrs, das in die alten Gussleitungen am Hochbehälter am Eselspfad eingezogen wird.

Rotenburg. 36 Jahre alt sind Hochbehälter und Wasserleitungen am Rotenburger Eselspfad nun schon. Deshalb arbeiten die Stadtwerke zusammen mit einer Spezialfirma derzeit an einer Erneuerung der 1000 Meter langen Rohrleitungen. Insgesamt werden am Eselspfad 2000 Meter Rohre erneuert.

Das Verfahren

Die Stadt setzt dazu auf das sogenannte Inliner-Verfahren. Die neue Leitung besteht aus einem speziellen dreilagigen mit Kevlar-Fasern verstärkten Kunststoffrohr, welches eine Lebensdauer von 50 Jahren hat. Erneuert werden die Füll- und Abgabeleitungen des Hochbehälters. Dazu werde die Altleitung gereinigt und der neue Kunststoffschlauch mithilfe eines Stahlseils in das alte gusseiserne Rohr gezogen, erläutert Julian Gers von der Firma Primus Line das Verfahren. Zuvor sei die alte Leitung mit einer Kamera kontrolliert worden.

Die Kosten

Hauptvorteil sind die im Vergleich zu einem Neubau der Leitung deutlich niedrigeren Kosten. Diese seien mit 56 000 Euro nur halb so hoch wie bei einem kompletten Neubau. Zudem müssen keine Straßen aufgebrochen werden, die Montage geht deutlich schneller und die Plastikrohre sind korrosionsbeständig. „Gäbe es diese Methode nicht, müssten wir den halben Hügel abbaggern, um überhaupt an die Leitung zu kommen – ein Riesenaufwand, noch dazu bei diesem Gefälle“, sagt Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Rotenburger Stadtwerke erleichtert. Generell eigne sich diese Methode jedoch nur auf Rohrstrecken ohne Abzweigungen und Hausanschlüssen.

Da kommt sonst keiner hin: Der 1,80 Meter große Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke Rotenburg, steht im Wasserhochbehälter am Eselspfad. 

Die Versorgung

Der Hochbehälter am Eselspfad versorgt normalerweise 6000 Menschen vor allem in der Rotenburger Altstadt mit frischem und sauberen Trinkwasser. Seit zwei Wochen ist der über vier Meter hohe Behälter, der über zwei Millionen Liter Wasser fasst, für die Sanierung außer Betrieb.

Die Bewohner der Stadt müssen aber keinerlei Einschränkungen befürchten: „Unser System basiert auf einer Mischversorgung; kurze Ausfälle einzelner Teile können daher durch weitere Brunnen und Vorratsbehälter ausgeglichen werden“, beruhigt Heckeroth.

Der Hochbehälter

Der Aufenthalt im Hochbehälter schadet dem Trinkwasser übrigens nicht: Nach einer Kontrolle auf Schäden werde der Behälter gereinigt, desinfiziert und sei dann wieder voll einsatzfähig, sagt Heckeroth. Die Bauarbeiten am Hochbehälter sollen noch bis Ende der Woche andauern. Insgesamt rechnen die Stadtwerke für die restlichen Arbeiten am Eselspfad mit einer Bauzeit bis Anfang Oktober.

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