Start der Abschlussprüfungen an der Hochschule für Finanzen und Rechtspflege

Die Studenten sind zurück in Rotenburg

Von links: Student Luca Rösser, Teststraßen-Mitarbeiter Roger Boudin, Kanzler Dr. Martin Träger, Direktor Karl Jennemann und Student Leo Spindre an einem von über 20 Plätzen der Teststraße in der Mehrzweckhalle des Rotenburger Studienzentrums.
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Sicher ist sicher: Alle Prüfungsteilnehmer der Hochschule werden täglich getestet. Unser Bild zeigt – von links – Student Luca Rösser, Teststraßenmitarbeiter Roger Boudin, Kanzler Dr. Martin Träger, Direktor Karl Jennemann und Student Leo Spindre an einem von über 20 Plätzen der Teststraße in der Mehrzweckhalle des Rotenburger Studienzentrums.

Wieder voll belegte Parkplätze, Autokennzeichen aus ganz Hessen, viele junge Menschen, die mit Rollkoffern gen Studienzentrum streben – das studentische Leben an der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (HHFR) in Rotenburg ist zurück.

Rotenburg – 335 Teilnehmer der Laufbahnprüfungen des gehobenen Dienstes sind am Montag nach Rotenburg angereist. Geprüft werden sie dort verteilt auf drei Campusstandorte – Hochschule, Internat mit Schloss und die BKK-Akademie. Hinzu kommen weitere 39 Prüflinge, die ihre Prüfungen heimatnah und ohne Internatsunterbringung im Behördenzentrum Frankfurt schreiben. Am Dienstag haben für sie alle die Abschlussprüfungen, die neben den Übungsklausuren die ersten Präsenzveranstaltungen in diesem Jahr am Studienzentrum sind, begonnen.

„Das ist eine erneute Rekord-Abschlussprüfung unter Corona-Bedingungen“, sagt Direktor Karl Jennemann. Damit das unter Pandemie-Bedingungen erneut gut funktioniere, greife das Studienzentrum auf bewährte Hygiene- und Verhaltensregeln zurück. „Aber auch neue Vorkehrungen wie zum Beispiel unsere Teststraßen sollen für größtmögliche Sicherheit sorgen“, sagt Jennemann. Dort werden täglich alle Teilnehmer zu festgelegten Zeiten von Fachpersonal getestet.

„Unser Ziel ist es, durch viele Bausteine, die auch über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, Hygiene- und Abstandsregeln zu optimieren, Kontakte zu minimieren und Durchmischungen der Prüfungsteilnehmer zu vermeiden“, sagt Dr. Martin Träger, Kanzler der HHFR und Verwaltungsleiter des Studienzentrums. Dafür habe man einen großen organisatorischen und personellen Aufwand betrieben, der angesichts der Bedeutung der Abschlussprüfung allerdings auch gerechtfertigt sei, sagt Jennemann.

2018 hätten die Prüfungen noch in der Göbel Hotels Arena – dem jetzigen Impfzentrum des Landkreises – in einer großen Halle stattgefunden. „Jetzt sind gleichzeitig rund 40 verschiedene Räume nötig, um die Kleingruppen von maximal zehn Teilnehmern auf korrektem Abstand unterzubringen – alleine das Aufsichtspersonal haben wir hierfür enorm hochfahren müssen“, berichtet Träger.

Alles auf Abstand: Das ist der Prüfungsraum in Hörsaal 2 - von links im Bild Kanzler Dr. Martin Träger, Laura Casper von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Studienzentrums, Leo Spindre, 21, Student gehobener Dienst, Prüfling vom Finanzamt Frankfurt am Main 1, Luca Rösser, 22, Student gehobener Dienst, Prüfling vom Finanzamt Gießen, und Direktor Karl Jennemann.

Lüftungsregeln, Maskenpflicht, Einbahnstraßensysteme in den Gebäuden und gestaffelte Anreise-, Test- und Verpflegungszeiten – alle Regeln, eng mit dem örtlichen Gesundheitsamt abgestimmt, sollen für optimale Bedingungen für die Prüflinge sorgen.

„Die Studenten sind sensibilisiert dafür, sich selbst und ihre Prüfung nicht zu gefährden – schließlich hängt viel davon ab, dass wir gesund bleiben und jetzt auch teilnehmen dürfen“, sagt Luca Rösser. Der 22-Jährige ist vom Finanzamt Gießen nach Rotenburg gekommen und gehört der Studierendenvertretung der HHFR an. Mit den fast ausschließlich digitalen Vorbereitungen auf die Klausuren sind er und sein Mitstreiter Leo Spindre (21) vom Finanzamt Frankfurt am Main 1 dennoch sehr zufrieden. Zwar habe ihnen der persönliche Kontakt zu den anderen Studenten in der Vorbereitungsphase sehr gefehlt, gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben fühlen sie sich dennoch.

„Die Technik lief einwandfrei, alle Arbeitsmaterialien sind uns online zur Verfügung gestellt worden und die virtuellen Vorlesungen per Video-Stream waren vor dem eigenen Bildschirm vermutlich sogar für alle besser zu verfolgen, als in den hinteren Reihen eines vollen Hörsaals, weil alle die Dozenten gleich gut sehen konnten“, sagt Leo Spindre. So sei man punktgenau auf die anstehenden Klausuren vorbereitet worden.

„Die Studenten haben ja auch auf vieles verzichten müssen“, sagt Karl Jennemann. So habe es wegen Corona zum Beispiel keine Studienfahrt gegeben und auch große Diplomierungsfeiern im festlichen Rahmen seien zurzeit nicht denkbar. Es sei gut, dass mit den Präsenzprüfungen jetzt wenigstens wieder ein Hauch von Normalität an die HHFR zurückkehre.

Denn auch wenn es Angebote wie virtuelle Kochkurse oder Sporttrainings per Videostream gegeben habe – „das normale studentische Leben auch nur ansatzweise ersetzen konnten sie nicht“, wissen Jennemann und Träger.

Wenn die Prüfungen am Mittwoch, 9. Juni, beendet sein werden, wird der Staffelstab direkt an die 198 Prüfungsteilnehmer des mittleren Dienstes übergeben. Ihnen folgen am 21. Juni 200 Anwärter aus dem Fachbereich Rechtspflege, die dann im Wechselunterricht vor Ort sein werden.

Von Peter Gottbehüt

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