450 neue Schüler in ehemaliger Alheimerkaserne

Start der Bundespolizei-Ausbildung in Rotenburg: In der Stadt erst mal ohne Uniform

Vom Parkplatz geht’s durch die Pforte der Alheimer-Kaserne: Die Schüler auf dem Weg in die neue Ausbildungsstätte der Bundespolizei. Insgesamt haben gestern 450 Schüler ihre Ausbilung angefangen.
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Vom Parkplatz geht’s durch die Pforte der Alheimer-Kaserne: Die Schüler auf dem Weg in die neue Ausbildungsstätte der Bundespolizei. Insgesamt haben gestern 450 Schüler ihre Ausbilung angefangen.

Wieder Leben in der ehemaligen Alheimerkaserne: Am Mittwoch sind 450 Schüler am neuen Bundespolizei-Ausbildungsstützpunkt in Rotenburg angekommen.

Minütlich füllt sich am Mittwochmorgen der Parkplatz gegenüber der Alheimer-Kaserne in Rotenburg mit Autos. Die Kennzeichen verraten: Hier kommen Leute aus dem ganzen Bundesgebiet. Nach der Nutzung durch die Bundeswehr und der Zeit als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge ist die Alheimer-Kaserne nun Ausbildungsstätte für 450 Schüler des Mittleren Dienstes der Bundespolizei.

Auf dem Parkplatz kontrollieren Beamte die Papiere der Schüler, die bald Kollegen sind. Dann geht es durch die Pforte der ehemaligen Kaserne. Am ersten Tag steht für die Schüler die ärztliche Untersuchung auf dem Programm und sie werden über ihre Dienst- und Treuepflichten belehrt. Auch das Führungszeugnis wird erneut kontrolliert, um sicherzugehen, dass zwischen Bewerbung und Antritt keine Vergehen hinzugekommen sind, sagt Sabine Börner-Kunkel, Sprecherin der Ausbilungsstätte.

Im Laufe des Vormittags beziehen die Schüler ihre Einzel- und Doppelzimmer in den sieben Wohngebäuden. An manchen Stellen muss noch in den Fluren und an der Fassade nachgebessert werden, da in der Kürze der Zeit, in der die Ausbildungsstätte aufgebaut wurde, nicht alles fertiggeworden ist.

Gerade angekommen: Angelos Tsompanelis aus Rotenburg und Kaja Hornstein aus Bebra.

Manchen Schülern kommt das Umfeld allerdings bereits vertraut vor. „Ich könnte zu Fuß zur Alheimer-Kaserne gehen“, sagt Angelos Tsompanelis (18). Er wohnt in Rotenburg und hat sein Fachabitur an den Beruflichen Schulen in Bebra gemacht. Eigentliches Ziel war eine Laufbahn im gehobenen Dienst, doch die Punktzahl im Aufnahmetest hat nicht gereicht. Dennoch ist er sehr zufrieden, nun in Rotenburg anfangen zu dürfen.

Seiner neuen Mitschülerin Kaja Hornstein (17) ist die Alheimer-Kaserne auch nicht fremd. „Mit dem Fußballverein haben wir vor zwei Jahren in der Sporthalle trainiert“, berichtet sie. Der Polizeiberuf ist ihr Kindheitstraum. Dass sie damit richtig liegt, hat sich beim Praktikum 2019 bei der Bundespolizei in Eschwege gezeigt, sagt die 17-Jährige, die ihren Realschulabschluss an der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra absolviert hat.

Doch vieles ist für Tsompanelis und Hornstein am ersten Tag auch neu: „Neue Leute, neue Kollegen, neues Umfeld“, sagen sie. In der Heimat die Ausbildung anfangen zu können habe Vorteile, sagt Kaja Hornstein. So könnten ihr die Eltern im Notfall etwas von zu Hause bringen. „Woanders wäre es vielleicht auch cool“, sagt hingegen Angelos Tsompanelis. „Da wird man schneller selbstständiger.“

Vorerst gibt’s ein Provisorium: Die Lehrsäle befinden sich in einem 750 Quadratmeter großen Container-Bau.

Richtig ankommen werden die beiden wohl erst am heutigen Donnerstag. Dann bekommen sie ihre Uniform überreicht. „Das gibt einem noch mal einen ganz anderen Bezug zum Beruf“, sagt Angelos Tsompanelis. Sprecherin Sabine Börner-Kunkel weist aber darauf hin, dass die Schüler die Uniform im ersten Jahr nur auf dem Gelände der Ausbildungsstätte tragen dürfen. Das gebiete die Fürsorgepflicht, da die Bürger sonst davon ausgingen, auf einen fertig ausgebildeten Polizisten zu treffen. Auch das „Posen“ mit Uniform in den Sozialen Medien ist untersagt.

Die Vereidigung der neuen Polizeimeisteranwärter findet am 8. Oktober in Rotenburg statt. Ein konkreter Ort steht noch nicht fest. Der Umfang der Feier richte sich nach der epidemischen Lage.

Angelos Tsompanelis glaubt, dass sich die Rotenburger über die neuen Polizeischüler freuen. Zusammen mit den Finanzanwärtern des Studienzentrums brächten sie Leben in die Fuldastadt.

Von Paul Bröker

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