Aufklärung am Corona-Telefon – Fehler liegt beim Land

Rotenburger fälschlich als „geimpft“ registriert

Das Bild zeigt den Paul-Gerhard Exner vor dem  Impfzentrum in der Göbel-Hotels-Arena geimpft. E
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Beim zweiten Mal klappt’s: Paul-Gerhard Exner aus Rotenburg wurde im Impfzentrum in der Göbel-Hotels-Arena geimpft. Er hatte eigentlich schon früher einen Impftermin – davon wusste er aber nichts.

Wie so viele wartete Paul-Gerhard Exner aus Rotenburg auf einen Impftermin – dann hieß es, er sei schon gegen das Coronavirus geimpft.

Rotenburg - Was war passiert? Der 77-Jährige bekam vor einiger Zeit einen Brief vom Land Hessen mit seinem Registrierungscode für die Impfung, ein weiterer mit dem Termin für die Impfung sollte folgen. Der kam aber nie bei dem Rotenburger an, wie er erzählt.

Vor etwa einer Woche rief er dann bei der Corona-Hotline des Landes Hessen an und fragte nach einem Impftermin. Die Antwort: Er hätte das Vakzin bereits vor zwei Wochen erhalten. Das sei nicht der Fall gewesen, sagt der Rotenburger. Die Verwunderung bei der Mitarbeiterin und Paul-Gerhard Exner war groß.

Dass er nicht über seinen Impftermin informiert wurde, sei womöglich einem Ausfall des Systems geschuldet, erzählt Paul-Gerhard Exner. „Das ist ein Unding. Man muss dann auch mal sagen, dass es so nicht geht“, sagt er.

Da der 77-Jährige einige Vorerkrankungen habe, sei die Impfung für ihn zwar wichtig. Vielmehr sorge er sich aber um die Menschen, denen vielleicht dasselbe passiert ist. Denn auch in seinem Bekanntenkreis habe es ähnliche Vorfälle gegeben.

„Ich kann mir ja noch selbst helfen. Aber was machen die älteren Menschen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind, wenn sie sich für einen Impftermin anmelden wollen?“, fragt Exner. Mittlerweile zweifle er unter anderem aufgrund dieses Vorfalls an der Impfquote.

Einen Vorwurf mache er der Mitarbeiterin am Telefon aber nicht. Sie sei selbst geschockt gewesen, dass er als vermeintlich geimpft im System registriert war. Deshalb habe sie sich auch sofort um einen neuen Termin für Paul-Gerhard Exner bemüht. So dauerte es nicht mal eine Woche, bis er sich am vergangenen Dienstag im Impfzentrum in der Göbel-Hotels-Arena seinen Piks abholen durfte. Die nötigen Formulare, wie zum Beispiel einen Anamnesebogen, erhielt er vom Land noch rechtzeitig einen Tag vor seinem Impftermin. Im Impfzentrum lief aber alles reibungslos ab.

Innerhalb von einer halben Stunde durfte der 77-Jährige die Göbel-Hotels-Arena mit seiner ersten Impfung wieder verlassen. Er habe sogar mit den Mitarbeitern ein wenig gescherzt: Während er den Piks bekam, fragte ihn die Mitarbeiterin nach seinem Befinden. „Es wirkt schon. Ich fühle mich gleich besser“, antwortete der Rotenburger.

Welches Vakzin er bekommen hat, das wisse er nicht und das sei auch unwichtig, sagt er. Er freue sich, dass er seine Impfung jetzt erhalten habe. Außerdem seien die Mitarbeiter des Impfzentrums sehr freundlich gewesen. Bleibt zu hoffen, dass für die Zweitimpfung nur ein Termin nötig ist.

Das sagt das Ministerium:

Die Anzahl der Impfberechtigten und Impfwilligen in Hessen sei hoch. Deshalb könne es gelegentlich zu Unregelmäßigkeiten bei der Terminvergabe kommen. Das teilte das Hessische Ministerium des Innern und Sport auf Anfrage unserer Zeitung mit. Vom 3. April bis zum 8. April habe es einen technischen Fehler des Systems gegeben. Deshalb erhielten insgesamt 924 Personen keine Mitteilung über ihren Termin. Laut Innenministerium wurden die Betroffenen darüber mittlerweile telefonisch oder per Brief informiert. Das Land habe allen Betroffenen einen alternativen Impftermin angeboten. Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 wurden in Hessen mehr als 1,8 Millionen Schutzimpfungen vorgenommen.

Von Natascha Terjung

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