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Stephan Glock ist der neue „Schutzmann vor Ort“ für Rotenburg und Bebra

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Von: Christopher Ziermann

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Das Bild zeigt den Polizisten Stephan Glock, den neuen Schutzmann vor Ort für die Städte Rotenburg und Bebra , vor dem Rotenburger Rathaus.
Stephan Glock ist der Schutzmann vor Ort für die Städte Rotenburg und Bebra. Er soll im Stadtbild sichtbar sein, so wie hier auf dem Rotenburger Marktplatz, und ist für die Bürger jederzeit ansprechbar. © Christopher Ziermann

Der 50-jährige Stephan Glock ist der neue „Schutzmann vor Ort“ für Rotenburg und Bebra. Seine Stelle wurde im Zuge des Präventionsprogramms „Kompass“ geschaffen.

Rotenburg/Bebra – Bislang war Stephan Glock bei der Kriminalpolizei in Bad Hersfeld mit der Aufklärung von Verbrechen beschäftigt. „Jetzt bin ich in den präventiven Bereich gewechselt. Und zwar an Orte, wo ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe. Das macht mir großen Spaß“, sagt Stephan Glock.

Der Breitenbacher ist seit 1. Januar der sogenannte Schutzmann vor Ort für Rotenburg und Bebra – diese zusätzliche Stelle bei der Rotenburger Polizeistation ist im Rahmen des „Kompass“-Programms geschaffen worden, an dem die beiden Städte teilnehmen.

„Eine Grundaufabe meines Jobs ist es, durch die Stadt zu laufen. Ich sitze nicht nur im Büro und warte auf Anrufe“, sagt Glock. Wenn man ihn in der Stadt sehe, könne man ihn jederzeit ansprechen. Es gehe darum, das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu verbessern, erklärt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Es gebe viele Graubereiche, wenn zum Beispiel Bürger sich darüber beklagen, dass „am Bahnhof ständig irgendwelche Menschen rumlungern“. Dann werde die Polizei gerufen mit der Erwartung: Macht mal was. „Wenn es aber keine gesetzliche Grundlage für die Streife gibt, dort einzugreifen, sind die Menschen unzufrieden.“ Dann kommt Schutzmann Glock ins Spiel.

Er nimmt sich Problemen an, bei denen es nicht gleich um Straftaten geht. Der 50-Jährige sagt: „Wenn es zum Beispiel Beschwerden gibt, dass junge Menschen an Orten wie am Bahnhof für Radau und Müll sorgen, dann gehe ich dorthin und suche das Gespräch. Präventiv.“ Das könne zum Beispiel mit Mitarbeitern der Jugendpflege geschehen – man könne den jungen Menschen Alternativen für ihre Freizeitgestaltung aufzeigen.

Im Rahmen des Kompass-Programms wurden bei einer Bürgerbefragung sogenannte Angsträume ermittelt. Das sind in Rotenburg zum Beispiel der Schlosspark bei Nacht, der Bahnhof, der Marktplatz – aber auch der Rabenspielplatz in Lispenhausen. „Es hat sich aber herauskristallisiert, dass sich gefühlte Unsicherheit der Bürger im Alltag meist gar nicht so sehr auf die Angst vor Straftaten bezieht, sondern viel häufiger auf Verkehrsthemen“, sagt Grunwald. Auch diesbezüglich ist Glock schon kontaktiert worden. Wenn es etwa vor einer Kita oder einer Grundschule Bedenken der Eltern gebe, dass die Verkehrssituation beim Abholen unsicher sei, „dann rede ich mit dem Schulleiter oder vor Ort mit den Eltern. Auf dem kleinen Dienstweg, ohne gleich Knöllchen zu verteilen“, sagt Glock.

Grunwald freut sich besonders darüber, dass mit dem 50-Jährigen jemand die Stelle bekommen hat, „der sich in der Region auskennt und den viele kennen“. Glock ist gebürtiger Eisenacher, hat 1990 im thüringischen Rhula Abitur gemacht und kam danach in den Westen. Er machte eine kaufmännische Ausbildung bei einem Autohaus in Bebra und arbeitete anschließend weiter dort, bis er 1996 sein Studium im gehobenen Dienst bei der Polizei in Kassel begann. Von 1999 bis 2007 war er Bereitschaftspolizist, dann wechselte er zur Kripo nach Bad Hersfeld.

Der zweifache Vater lebt mittlerweile im Bebraer Ortsteil Breitenbach, hat aber in den 90er-Jahren auch lange in Rotenburg gewohnt. Außerdem hat er die Region übers Fußballspielen gut kennengelernt: Er war bei der SG Wildeck, beim SV Rotenburg und bei Espanol Bebra aktiv, ehe er beim ESV Weiterode seine Karriere ausklingen ließ. Nun engagiert er sich als Vorsitzender des Jugendfördervereins Ulfetal, zu dem neben Weiterode auch Ronshausen und Iba gehören.

Seine Kontakte kommen ihm bei seiner neuen Stelle zugute, denn das Pflegen und Ausbauen von Netzwerken ist dort elementarer Bestandteil. „Ich kenne Rotenburg und Bebra, kenne die Schulen und die Kindergärten“, sagt der 50-Jährige. Er kann sich dabei ganz auf seine Arbeit als Schutzmann konzentrieren – vom Wechselschichtdienst auf der Polizeiwache ist er ausgenommen.

Kontakt: Stephan Glock ist erreichbar unter Tel. 0 66 23/937-59 sowie per E-Mail an pst-rotenburg.ppoh@polizei.hessen.de. Demnächst soll Glock auch in den Rathäusern von Rotenburg und Bebra Räumlichkeiten bekommen. (Christopher Ziermann)

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