Busfirmen hoffen auf externe Prüfer

NVV-Pläne in der Kritik: Streit um Maskenkontrolle im Nahverkehr

Das Symbolfoto zeigt einen Schulbus in Hankesbüttel.
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Maskenkontrolle im Bus: Zugbegleiter und Fahrausweisprüfer sollen die Pläne des Nordhessischen Verkehrsverbundes umsetzen - seien aber keine „Hilfssheriffs“. Der NVV betont: „Wenn eine Situation gefährlich ist, ist weiter die Landes- und Bundespolizei zuständig.“ Unser Symbolfoto zeigt einen vollen Schulbus.

Zugbegleiter und Fahrausweisprüfer sollen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr kontrollieren und durchsetzen. Doch die Pläne des NVV stoßen auf heftige Kritik.

Hersfeld-Rotenburg – Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) wolle die Verkehrsunternehmen dazu verpflichten, von Maskenverweigerern in Bussen und Bahnen die Strafzahlung von 50 Euro einzufordern, kritisiert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Die Entscheidung ist verantwortungslos und leichtsinnig“, sagt Andreas Güth, Leiter der EVG-Geschäftsstelle Kassel.

Die Beschäftigten setzten sich täglich vielen Gefahren aus, nun sollten sie noch polizeiliche Aufgaben übernehmen. Dafür hätten sie weder die Ausbildung, noch könnten sie sich ausreichend schützen. Wenn sie zu Tätigkeiten genötigt würden, die nur der Exekutive zustünden, missbrauche man sie „auf schamlose Art und Weise“. Güth verweist auf die Entscheidung der Verkehrsminister, wonach die Durchsetzung der Maskenpflicht eine behördliche Aufgabe sei.

NVV will zusätzliches Sicherheitspersonal beauftragen

Der NVV weist die Kritik zurück. Es sei der Wunsch des NVV-Aufsichtsrates und von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gewesen, die Maskenpflicht mit einer Strafzahlung zu versehen, sagt eine Unternehmenssprecherin. Mit Änderung der Beförderungsbedingungen seien die formalen Grundlagen geschaffen. Derzeit befinde man sich im Gespräch mit den Verkehrsunternehmen.

Wer keine Maske trägt, darf nicht mitfahren

Grundsätzlich gilt in Bussen des NVV: Weigert sich ein Fahrgast, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden. Befreit von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können – dafür muss allerdings ein entsprechendes Attest mitgeführt werden.

Um die Maskenpflicht durchzusetzen, werde der NVV zusätzliches Sicherheitspersonal (zunächst etwa zehn Personen) beauftragten. Der Starttermin stehe noch nicht fest. Ziel sei es, im Einvernehmen mit den Unternehmen die Maskenkontrolle durch Zugbegleiter und Fahrausweisprüfer umzusetzen. Das seien aber keine „Hilfssheriffs“, so der NVV. „Wenn eine Situation gefährlich ist, ist weiter die Landes- und Bundespolizei zuständig.“

Busunternehmer: Fahrer haben ohnehin großen Respekt vor dem Virus

Thomas Reichwein, Chef des Busunternehmens Käberich (Niederaula), das im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf mehreren Buslinien für den NVV fährt, spricht von einer „schweren Last auf den Schultern der Fahrer“. Sie hätten ohnehin schon großen Respekt vor dem Coronavirus.

Wenn Fahrgäste sich weigerten, eine Maske zu tragen, bringe das viele Fahrer in die Bredouille. „Ich würde mir wünschen, dass die Fahrer bei Kontrollen entlastet und externe Kontrolleure diese Aufgabe aufnehmen würden“, sagt Reichwein. Die Firma Rhön Energie Bus aus Fulda, die auch mehrere Linien im Kreisgebiet betreibt, wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. (Von Alia Shuhaiber und Sebastian Schaffner)

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