581 Prüflinge

Alle auf Abstand: Am Studienzentrum Rotenburg haben die Prüfungen begonnen

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Abschreiben unmöglich: Bei den Prüfungen im Studienzentrum stehen die Tische wegen der Corona-Pandemie noch weiter voneinander entfernt als sonst.

Trotz der Corona-Pandemie haben am Donnerstag im Studienzentrum Rotenburg die Prüfungen begonnen. Für alle gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln.

Bis zum 8. Juni werden erst 372 Anwärter des gehobenen Dienstes der Steuerverwaltung ihre schriftlichen Laufbahnprüfungen ablegen. Anschließend sind die 209 Prüflinge für den mittleren Dienst an der Reihe.

„Die Anwärter werden dringend in den 35 hessischen Finanzämtern gebraucht“, sagt Karl Jennemann, Direktor des Studienzentrums. In den Ämtern herrsche derzeit eine erhöhte Arbeitsbelastung, da zahlreiche Stundungs- und Erlassanträge eingingen. 

Um die notwendigen Corona-Regeln einzuhalten, finden die Prüfungen verteilt in acht Lehrsälen im Studienzentrum selbst, aber auch im Rotenburger Schloss, dem Sitz der Landesfinanzschule sowie in der Göbel Hotels Arena statt. Überall stehen Desinfektionsspender, in den öffentlichen Bereichen gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, auf den Fluren sind „Einbahnstraßen“ markiert, damit sich niemand in die Quere kommt. Die Verpflegung in der Mensa erfolgt im Rotationsprinzip. 

Und bei der Anreise müssen die Prüflinge, die aus ganz Hessen nach Rotenburg kommen, Fragebögen zum Gesundheitszustand ausfüllen. Das Hygienekonzept und die Verhaltensregeln hat das Studienzentrum unter anderem mit dem Gesundheitsamt des Landkreises abgestimmt.

Zweieinhalb Monate Prüfungsvorbereitungen im virtuellen Klassenraum

Gut zweieinhalb Monate hatten sich die Anwärter auf ihre Prüfung vorbereitet – wegen der Corona-Krise ausschließlich über E-Learning-Plattformen, Chats, Foren und virtuelle Klassenräume. „Wenn man so eine wichtige Prüfung vor sich hat und dann seinen Dozenten zehn Wochen nicht sehen konnte, ist das eine große Herausforderung“, sagt Jennemann. Alles in allem seien die Anwärter aber bestmöglich vorbereitet.

Dass es weitergeht im Studienzentrum ist nicht nur für die Finanzämter und Gerichte wichtig, dessen Nachwuchs in Rotenburg ausgebildet wird. „Auch wir freuen uns, dass die Prüfungen beginnen“, sagt Dr. Martin Träger, Kanzler der Hochschule für Finanzen und Rechtspflege, „denn im August kommen 800 neue Anwärter“.

Hintergrund: Studentenzahlen haben sich mehr als verdoppelt

Unter dem Dach des Studienzentrums sind vier Einrichtungen angesiedelt: die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (früher Verwaltungsfachhochschule), die Landesfinanzschule Hessen mit Sitz im Rotenburger Schloss, die Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst sowie die Zentralverwaltung. Die Studentenzahlen sind in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen: Zählte das Studienzentrum 2016 noch 345 Anwärter pro Jahr, werden es im Sommer 800 sein.

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