Forstamt warnt: Nicht in den Wald gehen

Sturm-Bilanz in Hersfeld-Rotenburg: Eberhard blies 56 Bäume um

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Da  vielerorts Bäume umgestürzt sind oder umzukippen drohen, sind aus Sicherheitsgründen immer noch zahlreiche Straßen im Kreisgebiet gesperrt: Darunter auch die Landesstraße zwischen Erkshausen und Rockensüß

Die gute Nachricht, nachdem Sturmtief Eberhard am Sonntag über die Region gefegt ist: In Hersfeld-Rotenburg ist nach Angaben des Landkreises kein Mensch verletzt worden.

Wie hoch der Sachschaden ist, den der Sturm angerichtet hat, lässt sich indes noch nicht beziffern. Laut der zentralen Leitstelle für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst des Landkreises waren am Sonntag mehr als 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis sowie zusätzliche Helfer des THW ausgerückt – darunter 56-mal wegen umgestürzter Bäume und fünfmal wegen abgedeckter Dächer. „Der Sturm betraf das gesamte Kreisgebiet. Keine Gemeinde blieb verschont“, sagte Leitstellenchef Thorsten Bloß.

Im Wald gilt überall nach wie vor erhöhte Vorsicht, wie hier ein schräg stehender Baum bei Bodesruh zeigt. 

Die Schäden halten sich allerdings, wie am Tag danach aus Gesprächen mit den Hilfskräften hervorging, im Vergleich zu den Orkanstürmen Friederike, Kyrill und Xynthia in Grenzen.

Von einem umgeworfenen Baum getroffen und beschädigt wurde in Bad Hersfeld ein Haus am Seilerweg. Am Bürgerhaus im Bad Hersfelder Stadtteil Petersberg deckte der Sturm das Blechdach ab. „Insgesamt kam Bad Hersfeld aber glimpflich davon“, berichtete Jonas Seitz, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt.

Sprecher der Feuerwehr Bebra: Florian Bode

Auch Rotenburgs Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut zog ein positives Fazit der Sturmeinsätze. „Unser Zuständigkeitsbereich ist beim Sturm vergleichsweise gut weggekommen.“ Ein paar abgeknickte Bäume, ein paar Ziegel, die in der Kernstadt von den Dächern gefallen sind – „viel mehr war bei uns Gott sei Dank nicht los “, sagte Fleischhut.

Auch in Bebra mussten zwar die Einsatzkräfte mehrfach ausrücken. Die Schäden blieben jedoch überschaubar: An der Auferstehungskirche fielen zehn Ziegel vom Dach und an der Umgehungsstraße zur B 27/B 83 war eine Baustellenampel umgefallen – „ansonsten wurden wir weitestgehend verschont“, sagte Florian Bode, Sprecher der Bebraer Feuerwehr.

Leiter des Forstamts Bad Hersfeld: Oliver Scholz

In den Waldgebieten war die Lage am Montag noch unübersichtlich. „Wir kommen teilweise noch nicht in den Wald hinein, weil Wege durch umgestürzte Bäume blockiert sind“, sagte Oliver Scholz, Leiter des Forstamts Bad Hersfeld. Nach ersten Schätzungen gehe er aber davon aus, dass der Sturm nur vereinzelt Bäume umgeworfen hat. Aus dem Forstamt Rotenburg verlautete, dass es noch zu früh sei, eine Schadensbilanz zu ziehen. Oliver Scholz appelliert an Spaziergänger, den Wald vorerst zu meiden. „Zahlreiche Bäume stehen schief und drohen beim nächsten Wind umzufallen.“

Menschen im Wald – das sei auch am Sonntag während des Sturms ein Problem gewesen, berichtete Thorsten Bloß, Leiter der zentralen Leitstelle. Wieder seien Meldungen in der Leitstelle eingegangen, dass Personen wegen umgestürzter Bäume im Wald eingeschlossen gewesen seien. „Warum Leute bei solch einer Wetterlage nicht aus dem Wald bleiben, ist unverständlich.“

Auch gesperrt: Die Straße zwischen Erkshausen und Rockensüß. 

Zahlreiche Straßen gesperrt:

Nach dem Sturm waren am Montag noch folgende Straßen gesperrt: 

- Schwarzer Stock zwischen Erkshausen und Königswald

- Nadelöhr zwischen Friedewald und Hönebach 

- Nentershausen-Ulfen 

- Oberellenbach-Licherode 

- Raboldshausen-Salzberg 

- Salzberg-Schwarzenborn 

- Salzberg-Oberaula 

- Kleinensee-Bodesruh

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