300 ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Sturmtief „Sabine“ war im Kreis Hersfeld-Rotenburg gnädig

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Stürzte auf ein Privatgrundstück: Diese Birke im Gemeindepark Hessenallee in Heinebach hielt Orkantief „Sabine“ am Montagmorgen nicht Stand und beschädigte einen Holzschuppen und einen Zaun.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, aber keine Verletzten: Der Kreis Hersfeld-Rotenburg ist beim Sturmtief "Sabine" glimpflich davongekommen. 

70 Mal sind die Einsatzkräfte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wegen Sturmtief „Sabine“ ausgerückt, das am späten Sonntagabend und frühen Montagmorgen durch die Region fegte. Alles in allem sei Waldhessen aber glimpflich davongekommen, teilte das Landratsamt am Montagnachmittag mit. Menschen kamen bei dem Sturm nicht zu Schaden.

Blieb wegen des Unwetters vorsorglich geschlossen: das Rotenburger Neustadt-Eckchen.

Der Einsatzzentrale des Landkreises wurden 50 umgestürzte Bäume, drei Stromausfälle und ein umgewehtes Trampolin in Niederaula gemeldet. Insgesamt waren 300 ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsdienste im Einsatz. Landrat Dr. Michael Koch zeigte sich erleichtert, dass bei den Einsätzen niemand verletzt wurde und dankte allen Ehrenamtlichen: „Es ist nicht selbstverständlich, in mitunter gefährlichen Situationen das eigene Wohl für die Allgemeinheit zu riskieren.“

Nach "Sturmfrei" in Schulen: Unterricht am Dienstag findet statt

Thorsten Bloß, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Vorsorglich waren vorübergehend einige Straßenverbindungen im Kreisgebiet gesperrt worden, etwa am Eisenberg, die Lange Heide (Bad Hersfeld), das Nadelöhr zwischen Friedewald und Hönebach sowie die Heinz-Meise-Straße (Rotenburg) und in Hainrode Richtung Pommer. „Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, alle Schäden zu beseitigen“, sagte Bloß.

Sicherheit geht vor: Im Kreisgebiet waren am Montag zahlreiche Straßen gesperrt, darunter die „Lange Heide“ zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim.

Bis Montagmittag hatte sich die Wetterlage im Landkreis wieder etwas entspannt, Sturm und Starkregen hatten bereits um vier Uhr morgens nachgelassen. Gegen 13 Uhr waren alle Wehren im Kreis von ihren Einsätzen zurückgekehrt.

Nachdem am Montag in 43 von 48 Schulen im Landkreis „sturmfrei“ galt, soll am Dienstag wieder überall normaler Unterricht stattfinden, teilte das Staatliche Schulamt in Bebra mit. Verkehrsteilnehmer müssten sich weiterhin auf mögliche Einschränkungen und Verzögerungen einstellen.

Auch die Polizei hat eine positive Sturmbilanz gezogen: „Das Wichtigste ist, dass wir durch den Sturm keinen Verletzten zu beklagen haben“, sagt Stephan Müller, Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Größere Unfälle seien nicht gemeldet worden, allerdings ein paar umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer.

Forstämter warnen vor Betreten der Wälder

Großen Schaden hat Sturmtief „Sabine“ nach ersten Einschätzungen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg nicht angerichtet. Glück hatte allerdings die Kita im Heringer Stadtteil Lengers. Dort stürzte in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Baum auf ein Gebäudeteil und verursachte leichte Beschädigungen am Dach.

Bürgermeister Daniel Iliev (SPD) spricht von einem „glücklicherweise nur geringen Schaden“. Menschen seien nicht verletzt worden. Die Kita öffnete am Montag regulär, die Betreuung sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

In Lengers sorgte ein umgekippter Baum für leichte Schäden am Dach einer Kita.

Wie viele Schäden der Sturm in den Wäldern im Kreisgebiet angerichtet hat, lässt sich indes noch nicht seriös abschätzen. „Hier und da haben wir umgekippte Bäume, teilweise sind Wege versperrt“, berichtet Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamts Rotenburg. „Einen aussagekräftigen Überblick werden wir aber wohl nicht vor Mittwoch haben, vorher ist es zu gefährlich, sich im Wald aufzuhalten“, sagt Führer, der vorerst davon ausgeht, dass sich die Sturmschäden diesmal aber in Grenzen halten werden. 

Ähnlich äußerte sich sein Amtskollege in Bad Hersfeld, Oliver Scholz: „Wir müssen uns erst einmal in Ruhe einen Überblick verschaffen.“ Wie Führer und Scholz appelliert auch der Hessische Waldbesitzerverband an die Bevölkerung, den Wald in den nächsten Tagen nicht zu betreten. „Viele Wege sind durch umgestürzte Bäume unpassierbar“, teilt der Verband mit. „Die Bäume liegen kreuz und quer übereinander und stehen unter Spannung. Unter umgestürzten Bäumen durchzukriechen oder darüber zu klettern ist lebensgefährlich, weil sich die Spannungen jederzeit lösen können und die tonnenschweren Stämme dann wie ein Katapult unvorhersehbar in eine Richtung schnellen.“ 

Der öffentliche Nahverkehr hat sich im Laufe des Montags auch in der Region schnell normalisiert, wie der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) mitteilt. „Die meisten Busse und Bahnen sind ohne Einschränkungen, teilweise jedoch noch mit Verspätungen zum Beispiel zwischen Kassel und Frankfurt unterwegs“, so der NVV.

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