Leitsystem für Sehbehinderte

Taktiles Band im Rotenburger Steinweg mitten auf der Straße – das ist der Grund

Das taktile Band, das künftig sehbehinderte Menschen besser durch den verkehrsberuhigten Bereich im Rotenburger Steinweg leiten soll, liegt mitten auf der Straße. Der Steinweg wird nicht dichtgemacht für Autos, aber die Neugestaltung soll dazu beitragen, dass er nur für Fußgänger und Radfahrer attraktiv ist.
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Das taktile Band, das künftig sehbehinderte Menschen besser durch den verkehrsberuhigten Bereich im Rotenburger Steinweg leiten soll, liegt mitten auf der Straße. Der Steinweg wird nicht dichtgemacht für Autos, aber die Neugestaltung soll dazu beitragen, dass er nur für Fußgänger und Radfahrer attraktiv ist.

Das taktile Band, das künftig sehbehinderte Menschen besser durch den verkehrsberuhigten Bereich im Rotenburger Steinweg leiten soll, sorgt schon für Diskussionen.

Rotenburg – Wie sinnvoll ist ein Leitsystem mit Plattenband für blinde Fußgänger auf der Straßenmitte, fragen Leser. Es ist erst in Teilbereichen fertig. Sowohl Bürgermeister Christian Grunwald als auch Annika Ludwig als Sprecherin der Stadt verweisen auf die Bürgerbeteiligung bei der Umgestaltung des Steinwegs im Zuge des Stadtumbaus.

Dieser Umbau sieht die Neugestaltung der Verbindung Zwickel-Steinweg-Alte Fuldabrücke-Marktplatz vor. Die verkehrsberuhigte Wegeverbindung mit einer verbesserten Aufenthaltsqualität wird „Blauer Pfad“ genannt – wir berichteten mehrfach. Für den Stadtumbau wurde, wie vorgeschrieben, eine Gruppe Lokale Partnerschaft (Lopa) eingerichtet, zu der Vertreter von örtlichen Vereinen, Verbänden und auch Beiräte gehören. Die Lopa, so Grunwald, habe die Entscheidungen zum taktilen Band ausdrücklich unter Beteiligung des Seniorenbeirates und der Behindertenbeauftragten getroffen – so wie alle Entscheidungen zum Stadtumbau. Das taktile Band solle auch für Autofahrer ein Aufmerksamkeitssteigerer sein, um die Gleichberechtigung von Fußgängern und das mögliche Vorhandensein beeinträchtigter Fußgänger auch optisch sichtbar zu machen, erklärt Grunwald.

Im Zuge der Planungen hatte man sich für den offiziell geregelten Status „Verkehrsberuhigter Bereich“ entschieden, weil dessen Regeln Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten bieten. So beschreibt auch das beauftragte Planungsbüro „Schöne Aussichten“ die vereinbarten Regelungen. In dessen genehmigtem Konzept heißt es: „Zunächst ist der Verkehrsberuhigte Bereich über die Kreuzung Lindenstraße hinaus bis einschließlich Im Zwickel zu vergrößern, sodass die gesamte Wegeverbindung bis zur Breitenstraße im Süden durchgängig den gleichen Verkehrsregeln unterliegt. Der Steinweg wird über die zwei Gestaltungselemente Bauminseln und Plattenband mit der Brückengasse und somit der Altstadt verbunden. Das durchgehende Band im Pflasterbelag besetzt die Mitte des Straßenraumes für den Fußgänger. Da es gleichzeitig im Sinne der barrierefreien Gestaltung auch als taktiles Element, als Tastkante und Kontrastlinie, profiliert ist, können Seh- und Gehbehinderte sich daran orientieren.“

Die Bauminseln besetzten ebenfalls ein Drittel des Straßenquerschnittes an den jeweiligen Standorten. Diese führten eher dazu, dass nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer in die Mitte gelenkt würden. Diese würden somit gestärkt. Es sollte in der Mitte keine Fahrbahn abgegrenzt werden, weil diese die Fußgänger an den Rand drängten. Das würde auch geschehen, wenn das taktile Band an einer Seite läge. Da es ausreichend Abstand von Hauseingängen, Bestuhlung und Bauminseln haben müsse, sei die mittige Lage richtig. Zudem werde damit der regenwasserführende Tiefpunkt der Fläche neu gestaltet.

Von Silke Schäfer-Marg

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