Zahl der Helfer um die Hälfte geschrumpft

Das Team der DRK-Kleiderkammer in der Flüchtlingsunterkunft ist in Not

Sie sind ein Teil des ehrenamtlichen Teams: von links Gerda Till, Gaby Till, Doris Iba-Köberich, Lutz Till, Petra Burgheim, Sabine Messer, Isolde Koch, Gisela Grunwald, Monika Merte-Hucke. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Die ehrenamtlichen Helfer der DRK-Kleiderkammer in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge sind in Not: Sie brauchen personelle Unterstützung. Das Team ist binnen eines Jahres um fast die Hälfte geschrumpft.

Vor einem knappen Jahr musste alles sehr schnell gehen: Flüchtlinge waren in großer Zahl in die Erstaufnahmeeinrichtung in der Rotenburger Alheimer-Kaserne angekommen und benötigten dringend Kleider. Der DRK-Kreisverband Rotenburg sprang mit vielen ehrenamtlichen Helfern ein und improvisierte eine Kleiderkammer in der alten Wache. 23 Frauen und Männer sortierten damals Kleiderspenden, bauten Regale auf und gaben Kleider an die Flüchtlinge aus.

Pro Ausgabetag, also dreimal wöchentlich drei Stunden, sind etwa sechs Helfer im Einsatz. 141 Tage mit insgesamt 4581 Einsatzstunden haben die Helfer absolviert, hat Lutz Till ausgerechnet. Der Ronshäuser ist eher zufällig zu diesem Ehrenamt gekommen, nämlich als Ehemann. Zu den Helferinnen der ersten Stunde zählten Sabine Messer, Gisela Grunwald, Isolde Koch und Tills Ehefrau Gerda. Sie sind noch immer dabei und zählen zum 13-köpfigen Team. Sechs von ihnen haben innerhalb des Jahres zwischen 300 und 500 ehrenamtliche Stunden geleistet.

„Es ist zuviel geworden“, sagt auch Sabine Messer, die zudem in der Kleiderkammer des DRK an der Alten Wiese ehrenamtlich arbeitet. Zur Arbeit mit den Bekleidungsstücken kommen noch bürokratische Aufgaben, denn Kleider gibt es nur auf Bezugsschein, damit Übersicht herrscht und alle Flüchtlinge gleich behandelt werden.

„Wir müssen uns um alles selbst kümmern“, klagt auch Gisela Grunwald. Sie organisiert zum Beispiel auch bei Geschäftsleuten Kleiderständer und Regale.

Zumindest räumlich hat sich die Lage entspannt: Die Kleiderkammer ist im September in einen ehemaligen Wohnblock umgezogen. Jetzt gibt es für Frauen, Männer und Kinder jeweils getrennt Kleiderräume, einen kombinierten Sozialraum („Wir haben jetzt sogar Stühle“) mit Büro sowie ein großes Lager und ein Zimmer mit Spielsachen.

Die Arbeit mit den Flüchtlingen macht den Ehrenamtlichen im Grunde Freude. Sie erleben häufig große Dankbarkeit. Dennoch brauchen sie Entlastung: „Es wäre gut, wenn jemand den Hut aufhätte und sich um Organisatorisches kümmern könnte. Der kann ja auch gegen ein Entgelt beschäftigt werden“, meinen die Helfer. Ehrenamtliche werden dennoch gebraucht: Je mehr Helfer da sind, desto geringer ist die Belastung des Einzelnen.

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