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Rotenburg gewinnt dramatisches Handballderby gegen Hersfeld mit 30:28

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Von: Rainer Henkel

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Der Jubel der Derbysieger: Die Handballer der TG Rotenburg bejubeln den 30:28-Erfolg gegen den TV Hersfeld vor den Rängen der heimischen Großsporthalle.
Der Jubel der Derbysieger: Die Handballer der TG Rotenburg bejubeln den 30:28-Erfolg gegen den TV Hersfeld vor den Rängen der heimischen Großsporthalle. © Stefan Kost-Siepl

Die TG Rotenburg hat auch das zweite Derby in der Handball-Landesliga gegen den TV Hersfeld gewonnen. Nach dem hart umkämpften 30:28 (16:13)-Erfolg in der heimischen Großsporthalle tanzten die Rotenburger unter dem Jubel des Publikums im Kreis und sangen „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“.

Rotenburg – In diesem Moment aber lagen 60 teils dramatische Spielminuten hinter den Akteuren. Die Teams hatten den etwa 200 Zuschauern ein tolles Spiel geboten, das nie erahnen ließ, dass beide sich in der Abstiegsrunde wiederfinden. Und bis etwa zwei Minuten vor Schluss war der Ausgang des Duells nicht vorhersehbar.

Aber der Reihe nach. Der TVH begann stark. 4:1 führten die Hersfelder nach fünf, 6:3 nach acht Minuten. Lukas Berger, Mark Petersen und Andreas Krause dirigierten das Spiel aus dem Rückraum umsichtig, die TGR wirkte, als sei sie noch nicht im Spiel angekommen.

Doch das änderte sich schnell. Die Rotenburger bekamen Zugriff auf das Spiel, ein Kullerball von Janik Hagemann zum 7:7 (14.) brachte den ersten Ausgleich. Die TGR wurde sicherer, Martin Harbusch dirigierte ihr Spiel. Acht Minuten lang, bis zum 11:11 (22.), wogte das Geschehen hin und her, dann bekamen die Gastgeber Oberwasser. Die aggressive Deckung sorgte für mehr Ballgewinne, die Hersfelder verhedderten sich in ihren Angriffen. Maurice Reyers 14:11 (28.) bedeutete die erste Drei-Tore-Führung, die die TGR bis zur Halbzeit hielt.

Und ein verwandelter Siebenmeter von Harbusch (34.) schien die Richtung zu weisen. Doch der TVH kam zurück. Zweimal Lukas Berger und gleich viermal der stärker werdende Andi Krause sorgten dafür, dass beim 21:21 (45.) wieder alles offen war.

Die dramatische Schlussphase war eingeläutet. In Überzahl war der TVH drauf und dran, die Partie erneut zu drehen. Es gelang nicht. Auch die Rote Karte gegen Maurice Reyer nach drei Zeitstrafen (52.) konnten die Gäste nicht nutzen. Im Gegenteil: Die TGR bekam Andreas Krause, den überragenden Hersfelder, mehr und mehr in den Griff – ab der 51. Minute traf er nicht mehr.

Die Entscheidung aber folgte einem Drehbuch, „wie du es nicht selber schreiben kannst“, wie TGR-Trainer Robert Nolte später sagte. In Überzahl verlor der TVH beim Stand von 28:27 für Rotenburg den Ball, und im Gegenzug vollendete Marcus Einhorn zum 29:27. Der Rechtsaußen, seit Monaten ohne Training, war von Nolte zum Einsatz bekniet und erst kurz vor Schluss ins Spiel gebracht worden. Den Vorsprung ließ sich die TGR nicht mehr nehmen.

„Es war erwartet eng und hätte auch anders ausgehen können“, gab Robert Nolte zu. „Aber vielleicht wollten wir den Sieg ein bisschen mehr, und wir haben gegen die entscheidenden Spieler des TVH die besseren Lösungen gefunden.“

Sein Gegenüber Christian Weiß sah den Grund für die Niederlage vor allem darin, dass seine Mannschaft zuletzt wegen mehrerer Coronafälle kaum zusammen trainieren konnte. „Das hat uns die Punkte gekostet. Wir waren nicht so spritzig wie bei unserem Sieg gegen Wanfried vor vier Wochen. Und wenn du zur Pause drei Tore hinten liegst, ist es schwierig, zurückzukommen.“

TGR: Dick, Cica - Harbusch (5/4), Cutura (5), Fischer, Einhorn (1), Hagemann (3), T. Balic, Golkowski (3), Reyer (2), Schuhmann (7), Hartung (4).

TVH: Kepert, Wasem - Förtsch (5/1), Remenski, Koch, Petersen (2), Becker (5), Wiegel (2), A. Krause (8/4), Thole (1), Henning, Berger (5).

(Rainer Henkel)

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