Thema im Parlament

THW: In Rotenburg soll gebaut werden

Kisten für Trinkwasser: Allein sechs Stellplätze in einer Garage werden für die Trinkwasseraufbereitungsanlage benötigt, erklären stellvertretender Zugführer Andreas Scheel, links, und Ortsbeauftragter Marcus Weber vom THW Rotenburg. Auf dem Bild ist nur ein Bruchteil der Anlage zu sehen, die weltweit und natürlich auch ganz nah eingesetzt werden kann.
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Kisten für Trinkwasser: Allein sechs Stellplätze in einer Garage werden für die Trinkwasseraufbereitungsanlage benötigt, erklären stellvertretender Zugführer Andreas Scheel, links, und Ortsbeauftragter Marcus Weber vom THW Rotenburg. Auf dem Bild ist nur ein Bruchteil der Anlage zu sehen, die weltweit und natürlich auch ganz nah eingesetzt werden kann.

Das THW Rotenburg braucht mehr Platz.

Rotenburg – Dicht gedrängt stehen die Metallboxen in Regalen, die bis zur Decke reichen. Hinzu kommen Gitterboxen, weitere Module, Fahrzeuge und Anhänger. In einer Garage mit sechs Stellplätzen steht das Herzstück des THW Rotenburg, die Trinkwasseraufbereitungsanlage. Von hier aus können die ehrenamtlichen Helfer starten, um Menschen mit lebensnotwendigem sauberen Wasser zu versorgen – ob im Ausland oder auch bei besonderer Dürre im Nachbarkreis.

Die professionelle Arbeit des THW kann Leben retten. Die Retter selbst sind Meister im Improvisieren: Auf 2500 Quadratmeter nutzbarer Fläche, so hat Ortsbeauftragter Marcus Weber errechnet, verstauen sie neueste Technik und vor allem Fahrzeuge, deren Größe schon lange nichts mehr mit den Lkw etwa der 1980er-Jahre zu tun hat. Kurzum: Das THW braucht mehr Platz. Genau das wird auch Thema in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am heutigen Dienstag ab 18.30 Uhr im Bürgersaal am Bahnhof.

Weil das THW eine Bundesanstalt ist, hat sich auch die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück begebeben. Gefunden wurde eine landwirtschaftliche Fläche an der Ecke Industriestraße/Hinterer Breitenbacher Weg am Rande des Industriegebiets.

Der Eigentümer der Fläche ist allerdings nur bereit, die Gesamtfläche von rund 15.500 Quadratmetern zu verkaufen. Das THW würde nur etwa 5600 Quadratmeter benötigen. Deshalb hat die Bima bei der Stadt nachgefragt, ob diese bereit wäre, die restliche Fläche zu erwerben. Der Quadratmeterpreis würde laut Sitzungsunterlagen bei 38 Euro pro Quadratmeter liegen. Die Stadtverordneten sollen am Donnerstag, 5. November, darüber entscheiden.

Zurück zum THW: In Rotenburg steht eine von bundesweit zwölf Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Allein für sie ist eine neue Unterkunft überfällig. „Die alte Trinkwasseranlage hatte Platz auf einem Anhänger, die aktuelle braucht drei“, erklärt Ortsbeauftragter Marcus Weber die Entwicklung.

„Wir brauchen wegen der neuen Hygienestandards Durchfahrgaragen“, ergänzt der stellvertretende Zugführer Andreas Scheel. Der Friedloser arbeitet ehrenamtlich an diesem Standort mit, seit das THW ihn in den 1980er-Jahren gemietet hat. Durchfahrgaragen ermöglichen einen saubereren Umgang beim Be- und Entladen des Materials. Die Hightech-Aufbereitungsanlage muss außerdem frostgeschützt stehen. Derzeit sichert das THW den Frostschutz, indem ein Zelt über den Kisten aufgebaut wird, mit entsprechenden Radiatoren.

Auch das Verwaltungsgebäude mit Büros, einer Werkstatt, Sanitär- und Umkleideräumen sowie Gruppenraum und Teeküche funktioniert, „entspricht aber nicht mehr dem Stand der Zeit“, sagt Marcus Weber. Im Laufe der Jahre seien die Räumlichkeiten zwar immer wieder ertüchtigt worden, dabei habe man aber nur den Status quo erhalten können. Der Verwaltungstrakt und besonders der Schulungsraum seien inzwischen viel zu klein.

Ein Neubau würde offenbar kein Palast, sondern eben ein bedarfsgerechter Zweckbau. „Die Räume für das THW sind standardisiert“, weiß der Ortsbeauftragte, der seit September 2019 im Amt ist, sich aber seit seiner Kindheit im THW engagiert. Es gebe einen Raumbedarfsplan. Der Ortsverband werde zwar bei der Planung eingebunden, aber nicht etwa bei Grundstücksverhandlungen. „Wir sind nur Mieter.“

Von Silke Schäfer-Marg

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