Indizien reichten Gericht aus

Totschlag von Lispenhausen: 14 Jahre Haft für Ehemann

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Anwalt Harald Ermel mit dem Verurteilten.

Im Prozess zum Totschlag in Lispenhausen wurde der 37-jährige Ehemann zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das hat das Schwurgericht am Fuldaer Landgericht entschieden.

Die Strafkammer mit ihrem Vorsitzenden Richter Josef Richter befand den IT-Fachmann für schuldig, am 17. Oktober 2017 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in deren Wohnung in Lispenhausen erwürgt oder erdrosselt zu haben. 

Zur Überzeugung des Gerichts reichten die Indizien aus, um die Täterschaft des Angeklagten nachzuweisen. Der Seifertshäuser hatte die Tat bis zuletzt abgestritten, sein Anwalt Harald Ermel für einen Freispruch plädiert. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Forderungen von Staatsanwalt Andreas Hellmich. 

Totschlag in Lispenhausen: Handydaten waren entscheidend

Mit entscheidend waren in dem mit großer Akribie geführten Prozess die Daten aus dem Blackberry-Handy des Ehemanns. So verorteten ihn die Geo-Daten noch zu einem Zeitpunkt am Tatort, als der 37-Jährige nach seinen Angaben schon wieder zuhause gewesen sein wollte. Auch das Öffnen eines Fotos auf dem Telefon geschah etwa eine halbe Stunde später als vom Angeklagten angegeben. 

Zudem hatte sich unter zwei Fingernägeln des Opfers die DNA des Gatten gefunden. Motiv für die Tat könnte nach Ansicht des Gerichts der Streit der Eheleute um eine Besuchsregelung für die beiden Kinder gewesen sein. Allerdings war von auffälligen Aggressionen oder gar Gewalt in der Ehe nichts bekannt geworden. Nach der Tötung seiner Frau soll der Ehemann die Wohnung in Brand gesetzt haben, um Spuren zu verdecken. 

Die Verteidigung hatte bis zuletzt versucht, die Zuverlässigkeit der Handy-Daten in Zweifel zu ziehen. Noch am Tag der Urteilsverkündung hatte Anwalt Ermel eine Entlastungszeugin benennen wollen, die zur Tatzeit einen unbekannten Kapuzenmann gesehen hatte. Das Gericht folgte dieser Sichtweise jedoch nicht.

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