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Tourismusattraktion: Rotenburg will die Rodelbahn

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Von: Clemens Herwig

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Das Foto zeigt eine Sommerrodelbahn in Bad Kleinkirchheim in Österreich, an die die Pläne für das Rotenburger Modell angelehnt sind.
Rund 400 Meter lang soll die Abfahrt der Sommerrodelbahn in Rotenburg werden, die Höchstgeschwindigkeit: 40 Stundenkilometer. Sie ist an das hier abgebildete Modell angelehnt, das auf einer Anlage in Bad Kleinkirchheim (Österreich) aufgenommen worden ist. © MOUNTAIN INNOVATIONS GMBH

Es soll ein weiteres Highlight für den Tourismus in Rotenburg werden: Das Parlament der Fuldastadt stellt sich hinter die Pläne für eine Sommerrodelbahn im Kottenbachtal.

Rotenburg – Das Projekt an sich stand nie zur Diskussion: Das Rotenburger Stadtparlament hat einstimmig (drei Enthaltungen) für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für eine Sommerrodelbahn im Kottenbachtal gestimmt und damit den Weg frei gemacht, damit die Pläne der städtischen Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER angegangen werden können. Zu einem kurzen verbalen Schlagabtausch kam es lediglich, nachdem SPD-Fraktionschef Sebastian Münscher zu Vorsicht bei aller Euphorie gemahnt hatte.

Grund für Begeisterung gibt es durchaus: Die MER stellt eine umweltverträgliche Touristenattraktion in Aussicht, die nicht nur ein weiteres Highlight der „Erlebnisregion Rotenburg“ werden, sondern auch dazu beitragen soll, dass sich die MER finanziell von der Stadt emanzipieren kann (wir berichteten). Kosten soll die Anlage nach Auskunft von MER-Chef Torben Schäfer voraussichtlich 2,5 Millionen Euro. Frühestens Ende 2023 könnte der Bau starten, in gut zwei Jahren das rasante Rodeln beginnen – wenn alles optimal läuft. Zumindest die Rotenburger Stadtverordneten haben dem Projekt bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Bürgerzentrum keine Steine in den Weg gelegt.

Fragezeichen bei der Fußgängerhängebrücke?

Gebaut werden soll die Sommerrodelbahn im Norden der Stadt, zwischen dem Parkplatz Kottenbach an der Heinz-Meise-Straße, die zum Herz-Kreislauf-Zentrum führt, und der Rodenberg-Alm. Dort plant das Hotel Rodenberg, das zur Göbels-Gruppe mit vier weiteren Standorten im Landkreis gehört, auch eine 617 Meter lange Hängebrücke, die Fußgänger von der Alm bis zum gegenüberliegenden Hangwald am Teufelsberg führen und deren höchster Punkt etwa 60 Meter über der Erde liegen soll. Öffentlich wurde die Idee 2017, im Sommer 2020 hatte das Rotenburger Stadtparlament Baurecht für die Fußgängerhängebrücke geschaffen. Im Februar unterstrichen die Parlamentarier ihre Zustimmung zur Bauleitplanung nach Stellungnahmen von Behörden, Nachbargemeinden und Vereinen noch einmal einstimmig.

Eben auf dieses Projekt bezog sich Sebastian Münscher, als er in der Sitzung am Donnerstagabend im Bürgerzentrum mahnte, dass Brücke und Rodelbahn ein Kombi-Paket seien: „Ohne die Hängebrücke funktioniert es nicht“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die Stadt müsse sich auch für die Sommerrodelbahn darauf einstellen, eine Ausfallbürgschaft für die MER zu übernehmen. Bereits jetzt springt Rotenburg mit 274 000 Euro ein, wenn die Tochtergesellschaft zahlungsunfähig werden sollte. Nur so war ein Pachtvertrag mit einem Landwirt zustande gekommen, dessen Grundstücke für den geplanten Bau der Hängebrücke benötigt werden.

„Ich weiß nicht, wo Du bei den letzten Aufsichtsratssitzungen warst“, kommentierte der UBR-Stadtverordnete Wilfried Roß die durchklingenden leisen Zweifel des SPD-Chefs – gemeint ist das Kontrollgremium der MER, in dem alle Fraktionen vertreten sind. Dort seien „die riesigen Potenziale“ der Rodelbahn aufgezeigt und durch den Investor der Hängebrücke über den aktuellen Stand informiert worden. Bedenken, dass das Projekt umgesetzt wird, gebe es nach jetzigem Stand nicht.

Auch Rodenberg-Hoteldirektor Helge Hübener bekräftigt auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Brücke kommt, definitiv.“ Weitere Details – wie ein Zeitrahmen für den Bau und die Investitionshöhe – sollen folgen, „wenn die Tinte unter dem Vertrag mit der Baufirma trocken ist.“ (Clemens Herwig)

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