Rotenburger Reiterhof bietet besondere Reitkurse an

In Corona-Zeiten Tricks im Sattel auf Gut Dankerode lernen

Pferdetrainerin und Stuntreiterin Suzanne Struben-Séra zeigt mit Film-Pferd Picasso und Film-Hahn Imperator was sie kann.
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Das eine oder andere Kunststückchen beim Reiten lernen: Weil angesichts verschiedener, coronakrisenbedingter Einschränkungen das Reitkursangebot auf Gut Dankerode angepasst werden muss, wollen Sylvia Parduhn, die Chefin des Reiter- und Ferienhofs, und ihre langjährige Bekannte, die Pferdetrainerin und Stuntreiterin Suzanne Struben-Séra (Foto), schon bald in Kleingruppen Trickreitkurse anbieten, bei denen Abstand-Halten kein Problem ist. Mit Film-Pferd Picasso und Film-Hahn Imperator zeigt die 59-jährige Film-Frau, was sie kann.

Viele können reiten, aber nur ganz wenige trickreiten. Der Reiter- und Ferienhof Gut Dankerode plant in Coronakrisenzeiten ein ganz spezielles Angebot.

Für Angehörige von zwei, tendenziell vielleicht auch mehr Familien soll es dort einen Trickreitkurs geben. Das planen zwei, die es wissen müssen: Sylvia Parduhn und Suzanne Struben-Séra. Die eine ist Eigentümerin des im oberen Haseltal gelegenen Reiter- und Ferienhofs Gut Dankerode und Fachfrau für alles, was mit Pferden zu tun hat. Die andere ist Horse Master, Pferdetrainerin und Stuntreiterin.

Schon als Kind entdeckte Suzanne Struben-Séra ihre Liebe zur Natur, zu den Pferden und zum Zirkus. Mit 16 zog sie von zuhause aus – vom Führerscheingeld der Großmutter kaufte sie sich einen Islandhengst, mit dem sie gelegentlich in die Schule und nach bestandenem Abitur der Sonne entgegen in Richtung Südfrankreich ritt. In der Camargue hütete sie unter anderem Stiere, ehe sie ihren ersten Ehemann kennenlernte.

Til Schweiger Reitkünste beibringen

Mit 25 kam Tochter Sari auf die Welt. Weitere Lebensstationen waren die Teilnahme an Pferdemessen und Ritterturnieren, die Mitwirkung im Pferdemusical „Der Zauberwald“, in dem auch ihr zweiter Ehemann, Zsolt „Jolly“ Séra, zum Team gehörte, und nicht zuletzt mit ihm und weiteren Partnern die Gründung einer Firma, die rund um die Produktion von Pferdefilmen wie etwa „Ostwind“ tätig ist. Die die benötigten Pferde und Ausstattungen besorgt, Schauspielern wie Til Schweiger die erforderlichen Reitkünste beibringt und natürlich auch Double-Szenen besetzt.

Sylvia Parduhn kennt Suzanne Struben-Séra seit rund 30 Jahren. Die beiden begegneten sich bei einer Pferdeshow und verloren sich nie aus den Augen. Als Suzanne jetzt auf sie zukam und ihr anbot, unter dem Dach von Gut Dankerode Trickreitkurse aus der Taufe zu heben, die der einen Beschäftigung, der anderen ein unter eingeschränkten Arbeitsbedingungen erweitertes, interessantes Reitkursangebot ermöglichen könnten, war für Sylvia klar, dass die Idee erst einmal coronakrisenmäßig getestet werden muss.

Testpersonen waren schnell gefunden: Tochter Sabrina Parduhn sowie Linus Hafner und Philipp Mense, die Söhne zweier miteinander befreundeter Familien aus Kassel, die schon lange einen Draht nach Dankerode haben. Die drei und in gehörigem Abstand auch Assistenten und Freunde des Hauses versuchten sich am Rauf- und Runterspringen, am Stehen auf dem Pferd und an weiteren Vorübungen, die etwa dazu befähigen sollen, den einen oder anderen Kosakentrick zu verinnerlichen.

„Man muss sich schon ganz schön anstrengen“, sagt der 16-jährige Gymnasiast Philipp, der seit gut zwölf Jahren reitet. Bewundernswert, wie er und sein 15-jähriger Mitstreiter Linus auf den von Mutter Stephanie und Schwester Annika gehaltenen Pferden „Corelli“ und „Agent Q“ fast wie ein Brett auf dem Rücken liegend in Querlage die Hand zum Gruß erheben. Und das ist erst der Anfang.

Nancy Konradt, die immer auf tolle Events für das mittlere Fuldatal bedachte und natürlich in Pferde vernarrte Tourismusmanagerin, lobt die Initiative der beiden Pferdemanagerinnen: „Man muss kreativ sein und austesten, was coronakrisenmäßig möglich ist.“ Wie Sylvia Parduhn ist sie vom Können der 59-jährigen Suzanne Struben-Séra begeistert.

Ellen Conrad, die pferdegestütztes Coaching anbietet, zeigt, wie man „wie ein Indianer“ in vollem Galopp mit Pfeil und Bogen auf ein Ziel schießt.

„Zu meinen Zielgruppen gehören auch Frauen, die noch mal die Amazone in sich spüren wollen.“

Suzanne Struben-Séra

Die hat derweil schon der vor Ort pferdegestütztes Coaching anbietenden Ellen Conrad beigebracht, wie man „wie ein Indianer“ in vollem Galopp mit Pfeil und Bogen auf ein Ziel schießt. „Zu meinen Zielgruppen gehören nicht nur sattelfeste junge Leute, sondern auch Frauen, die noch mal etwas ausprobieren und über ihren eigenen Schatten springen wollen – die nach der Erziehung ihrer Kinder nochmal die Amazone in sich spüren wollen“, unterstreicht die Stuntreiterin, deren Leben nach eigenen Worten „von einer Mischung aus Film, Show und Kursangeboten beflügelt“ wird. Dass ihr das zusammen mit Sylvia Parduhn in Dankerode auch in Coronakrisenzeiten und auch für andere gelingt, scheint sicher.

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