Über den Verkauf der Problem-Immobilie wird weiter verhandelt

Für das ehemalige Kreisaltenzentrum in Rotenburg gibt es eine Kauf-Interessentin

Eine Klobrille im Vordergrund liegt vor dem ehemaligen Kreisaltenzentrums in Rotenburg.
+
Symbolträchtig: Die Klobrille im Vordergrund sagt viel aus über den Zustand des ehemaligen Kreisaltenzentrums in Rotenburg.

Der Zustand des ehemaligen Kreisaltenzentrums in Rotenburg auf dem Emanuelsberg (früher Kratzberg) verschlimmert sich immer weiter.

Rotenburg – Für die Problem-Immobilie gibt es aber noch eine ernstzunehmende Kaufinteressentin. Das erklärte Kreis-Sprecher Pelle Faust auf Anfrage. Mit dieser seien die Verhandlungen in den vergangenen Monaten fortgeschritten.

Vor Abschluss der Vertragsverhandlungen müssten beide Seiten noch wichtige Details klären. Daher stehe eine Beurkundung des notariellen Kaufvertrags noch aus.

Erst dann könnte die Käuferin auch mit dem Abriss beginnen. Dabei müsse die Nähe zum angrenzenden Schwesternwohnheim und zum Kreiskrankenhaus beachtet werden, sagte Faust weiter. Der Landkreis als Verkäufer des rund 16.000 Quadratmeter großen Areals und die potenzielle Käuferin beabsichtigen, sich auf einen verpflichtenden Abriss des Gebäudes innerhalb von zwölf Monaten nach Erteilung der Abrissgenehmigung zu einigen, heißt es.

Einig sei man sich, dass die bisherige Zuwegung zum Schwesternwohnheim und zum Krankenhaus in der jetzigen Form bestehen bleiben soll. Wie die Immobilie später genutzt wird, könne der Kreis nicht festlegen. Da kommt die Stadt Rotenburg ins Boot, die einen Bebauungsplan aufstellen und genehmigen lassen muss, bevor dort neu gebaut werden kann. Aktuell handelt es sich laut Bürgermeister Christian Grunwald noch um eine Sondernutzungsfläche Altenzentrum. Stadtsprecherin Annika Ludwig erklärte, dass ein Investor natürlich selbst entscheiden könne, was er bauen wolle. „Wir sind gegenüber dem Thema Wohnungsbau in diesem Bereich aufgeschlossen“, sagte Ludwig. Und zwar privates oder studentisches Wohnen.

Die Verbindung vom früheren Kreisaltenzentrum zum Schwesternwohnheim (rechts) und Kreiskrankenhaus soll erhalten bleiben.

Es gebe bereits seit zwei Jahren einen genehmigten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan, sodass das in der Regel aufwendige Verfahren für einen Bebauungsplan abgekürzt werden könne. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagte die Stadtsprecherin. Im vergangenen Jahr war das Gelände vom medizinischen Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Dr. Martin Oechsner, als möglicher Standort für einen HKZ-Neubau vorgeschlagen worden. Das geschah im Zuge der Debatte um die Zukunft der Klinik auf dem gegenüberliegenden Hausberg, wurde aber nicht weiter verfolgt. Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald hatte in diesem Zusammenhang auch ein weiteres, stadteigenes Grundstück ins Gespräch gebracht, das ebenfalls am Emanuelsberg liegt – direkt gegenüber des ehemaligen Kreisaltenzentrums.

Hintergrund: Altenzentrum steht seit 2007 leer

Das ehemalige Kreisaltenzentrum in Rotenburg steht seit 2007 leer, als die Bewohner in eine neue Einrichtung in der Innenstadt umgezogen sind. Seither verfällt es und hat im Internet traurige Berühmtheit als „Lost Place“ (Verlorenener Ort) erlangt. 2014 hatte die Bebraer Horo-Gruppe das 16.000 Quadratmeter große Areal für symbolische drei Euro erworben, um es neu zu entwickeln und zu bebauen. Bedingung war, dass das bisherige Gebäue bis 2016 abgerissen wird. Das leistete der Investor nicht, der Kreis klagte erfolgreich auf Rückübertragung.

(Von Silke Schäfer-Marg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.