Rotenburger sind auf Facebook gefragt

Stadtentwickler starten Umfrage: Ist das Sorgenkind Steinweg künftig autofrei?

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Ein Klassiker der Rotenburger Debatte: Soll der Steinweg für Autos dichtgemacht werden oder nicht? Die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER startet eine Umfrage dazu.

Soll der Steinweg Fußgängerzone werden oder Spiel- und Durchgangsstraße bleiben? Die Rotenburger Stadtentwickler wollen bei Facebook den Stimmungstrend zusammentragen.

Was einmal funktioniert hat, soll wiederholt werden: Nachdem viele Rotenburger über den Erhalt der Weihnachtspyramide per Facebook-Umfrage und durch Unterschriftenlisten abgestimmt hatten, will die Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER nun die Meinung zur Zukunft des Steinwegs abfragen.

Konkret geht es um die Verkehrssituation dort. Soll der Steinweg Fußgängerzone werden oder weiter als Spiel- und Durchgangsstraße genutzt werden? MER-Geschäftsführer Torben Schäfer sagt: „Der Steinweg ist das gefühlte Sorgenkind der Rotenburger. Eine Meinung dazu haben im Grunde alle. Wir wollen die Bürger stärker in den Stadtumbau einbinden und sehen in der Abfrage eine Möglichkeit dazu.“ Die Gestaltung des Steinwegs ist wesentlicher Bestandteil des gut zehn Jahre dauernden Stadtumbauprogramms.

Bürgermeister Grunwald: Debatte soll nicht ohne Moderation laufen

Auch Bürgermeister Christian Grunwald hält es für sinnvoll, „von Zeit zu Zeit Stimmungsbilder in der Bevölkerung“ abzurufen. Der Stadtumbau sei ein zu wichtiges Thema, um ihn auf Politikerstatements zu reduzieren. Die Bürger sollten mehr eingebunden werden. Allerdings sollten die Debatten nicht unmoderiert auf irgendwelchen Facebook-Plattformen laufen, sondern konkret im Zusammenhang mit der Umfrage.

Das soziale Netzwerk soll auch nicht das einzige Forum sein: Rotenburger können ihre Meinung auch bei der Tourist-Info am Marktplatz kundtun. Vor allem aber sollen sie sich am Samstag, 11. Mai, von 10 bis 13 Uhr beim „Tag der Städtebauförderung“ auf dem Marktplatz mit dem Thema befassen. 

Sie bekommen dort Informationen und können diskutieren und ihre Anregungen einbringen. Dort trifft man auch die Mitarbeiter des Kasseler Planungsbüros „Schöne Aussichten“, das den Zuschlag für die Freiraumplanung in der Stadt erhalten hat und erste Ideen präsentieren wird.

Geplant ist außerdem ein Stammtisch für die Dauer des Stadtumbaus, an dem sich interessierte Bürger über den Stadtumbau austauschen können.

Keine Sorge vor gefälschten Accounts: MER-Chef hofft auf Fairness

Bürgermeister Christian Grunwald: „Wir wollen die öffentliche Diskussion. Das Für und Wider von Vorschlägen muss besprochen werden. Natürlich werden Beteiligte feststellen, dass es nicht nur richtig und falsch gibt und dass auch Argumente der jeweils anderen Seite stichhaltig sein können. Wir können mit zusätzlichen Informationen bei der Debatte helfen.“

Weder Grunwald noch Schäfer schätzen das Risiko hoch ein, dass sich Menschen über gefälschte zusätzliche Accounts mehrfach an der Abstimmung beteiligen. „Wir hoffen da auf Fairness“, sagt Schäfer. 

Die Diskussionsforen untergraben nach seiner und Grunwalds Einschätzung auch nicht die parlamentarische Demokratie. „Wir stellen damit einfach einen Stimmungstrend fest“, sagt Grunwald. „Es macht doch keinen Sinn, wenn wir beim Stadtumbau an den Vorstellungen der Bevölkerung vorbeiplanen“, ergänzt Schäfer.

Die Umfrage soll am heutigen Dienstag online gehen. Sie ist auf der MER-Facebook-Seite unter @MERotenburg zu finden. Abstimmen kann man auch persönlich in der Tourist-Info sowie am 11. Mai auf dem Marktplatz.

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