Von Rotenburg nach Fritzlar

Feldjäger: Umzug aus modernem Dienstsitz kostet 6,5 Millionen Euro

Sie sollen im Laufe des Jahres nach Fritzlar umziehen: Noch ist das Feldjäger-Dienstkommando in Rotenburg stationiert. Archivfoto: Janz

Rotenburg. Für die Rotenburger Feldjäger, die nach Fritzlar umziehen sollen, muss für etwa 6,5 Millionen Euro gebaut werden. Dabei sitzen sie im wohl modernsten Dienstkommando Deutschlands.

Eine Sprecherin der Bundeswehr in Bonn bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass für die Militärpolizei in Fritzlar erst noch zwei Gebäude saniert werden müssen. Das soll bis 2018 dauern und nach aktueller grober Schätzung fünf Millionen Euro kosten. Hinzu kommen aber noch die Baunebenkosten für Architekten, Bauleitung und Gutachter, die nach Angaben des Hessischen Baumanagements weitere 1,4 Millionen Euro kosten werden.

Bis die neuen Unterkünfte fertig sind, müssen die Feldjäger mit einer Zwischenlösung vorlieb nehmen. Die Unterkünfte sind in einem „guten bis befriedigenden Bauzustand“ sagt die Bundeswehrsprecherin. Für das Dienstkommando, ein Polizeirevier der Feldjäger mit Einsatzleitstelle und Haftzellen, wird vorübergehend ein Funktionsgebäude hergerichtet.

In der Alheimer-Kaserne wurde das Dienstkommando erst kürzlich vollständig saniert. Es fehlt einzig ein Hundezwinger. Außerdem nutzt die Feldjägerkompanie ein weiteres saniertes Truppengebäude. Für beides zusammen wurden nach Informationen unserer Zeitung etwa sechs Millionen Euro ausgegeben.

Das Ergebnis dieser Recherche dürfte die Kritik an der Schließung des Bundeswehrstandorts weiter befeuern. Dort wird am Samstag, 7. Februar, gegen die Verschwendung von Steuergeld protestiert. Die Kaserne ist seit 2007 für 40 Millionen Euro saniert worden. Die Bundeswehr will sie trotzdem zum Jahresende aufgegeben, während marode Standorte wie die Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar, noch teuer saniert werden müssen.

Die Bürgermeister von Rotenburg und Alheim, Christian Grunwald (CDU) und Georg Lüdtke (SPD) haben für Samstag, 7. Februar, zu einer Kundgebung vor der Alheimer-Kaserne eingeladen. Vor dem Kasernentor soll ab 14 Uhr gegen die Verschwendung von Steuergeld bei einer Schließung des Bundeswehrstandorts protestiert werden.

Im sozialen Netzwerk Facebook haben bereits 400 Menschen aus der Region ihre Teilnahme zugesagt. Auch zahlreiche Politiker wollen teilnehmen. Angesichts der begrenzten Parkmöglichkeiten an der Dickenrücker Straße in Rotenburg wird der große Kasernenparkplatz an der gegenüberliegenden Straßenseite für die Teilnehmer geöffnet.

Von Marcus Janz

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