Unterkunft für Flüchtlinge in Alheimer-Kaserne immer wahrscheinlicher

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Wird als Erstaufnahmeeinrichtung geprüft: die Alheimer-Kaserne.

Rotenburg. Nachdem das Aus für die Alheimer-Kaserne in Rotenburg besiegelt ist, wird ihre Nutzung für Flüchtlinge wahrscheinlicher.

Derzeit prüft das Land den frisch sanierten Bundeswehrstandort als zweite hessische Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE). Mitarbeiter des Sozialministeriums und des Regierungspräsidiums Gießen hätten die Liegenschaft vor wenigen Tagen begutachtet, erklärt Bürgermeister Christian Grunwald. 600 bis 800 Asylbewerber könnten nach Ansicht des Landes untergebracht werden. Eine Entscheidung habe die Regierung aber noch nicht getroffen. Grunwald rechnet damit im Laufe der kommenden Wochen. Die bestehende HEAE in Gießen ist völlig überlastet.

Die Kaserne ist Eigentum des Bundes, der sie dem Land zur Verfügung stellen würde. Die Stadt wäre bei dieser Entscheidung außen vor: „Es gibt für uns keine rechtliche Handhabe, so etwas zu verhindern“, sagt Grunwald. Das wolle er aber auch gar nicht: „Wir würden eine derartige Entscheidung konstruktiv mittragen“, sagt er in Absprache mit dem Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch.

Ausreichend Zeit für Vorbereitung

Da bis zur Übernahme der Kaserne noch etwa ein Jahr Zeit bleibe, könne die Flüchtlingsunterbringung gut vorbereitet werden, sagt Grunwald. Er erwarte dann aber auch Hilfe vom Land: „Vor allem würden wir konkrete Unterstützungsmaßnahmen zur weiteren Stadtentwicklung und anderen Themenfeldern mit den politischen Entscheidungsträgern vereinbaren.“

Eine andere zivile Nutzung der Kaserne ist derzeit laut Grunwald nicht in Sicht. Die Machbarkeitsstudie zur Konversion und der aktuelle Stand in Sachen Flüchtlingsunterkunft soll - voraussichtlich Anfang Mai - bei einer Bürgerversammlung präsentiert werden.

Die Bemühungen für eine weitere militärische Nutzung der Kaserne scheinen derweil am Ende. Das Verteidigungsministerium hat diese Woche ein Gespräch mit Grunwald abgelehnt.

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