Kastrationspflicht für Katzen gefordert

Vereine besorgt wegen drohendem Tierheim-Aus in Hersfeld-Rotenburg

Im Einsatz für herrenlose und verwahrloste Katzen ist die Tiernothilfe Rotenburg, hier Christiane Müller mit zwei Fundtieren aus dem Monat Mai.
+
Im Einsatz für herrenlose und verwahrloste Katzen ist die Tiernothilfe Rotenburg, hier Christiane Müller mit zwei Fundtieren aus dem Monat Mai.

Das laut Betreiberverein drohende Tierheim-Aus in Hersfeld-Rotenburg sorgt für Sorge: Die anderen Tierschutzvereine im Kreis haben mehr als gut zu tun und sind knapp bei Kasse.

Hersfeld-Rotenburg – Das teilen die Tiernothilfe Rotenburg und der Tierschutzverein Rotenburg mit. Der Tierschutzverein Bad Hersfeld übernimmt mit dem Betrieb des Tierheims eine Pflichtaufgabe der Kommunen und fordert deshalb ab dem Jahr 2021 eine Erhöhung der finanziellen Beteiligung. Aktuell zahlen die Städte und Gemeinden 30 Cent pro Einwohner pro Jahr. Der Vereinsvorstand fordert nun, den Beitrag auf einen Euro zu erhöhen.

Auch den örtlichen Tierschutzvereinen sei es ein dringendes Bedürfnis, auf die Situation im Landkreis aufmerksam zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung der Tiernothilfe Rotenburg und des Tierschutzvereins Rotenburg, die unter anderem versuchen, das Elend der Streunerkatzen zu bekämpfen. Und zwar, indem sie Tiere aufnehmen, Streuner kastrieren und kranke Tiere versorgen. „Diese Arbeit erfolgt rein ehrenamtlich, finanziert wird sie aus Spenden“, betont Christiane Müller von der Tiernothilfe. „Unterstützung der Kommunen erhalten wir nicht. Es wird immer schwieriger für uns, diese emotionale und finanzielle Lage zu meistern.“

Möglicherweise wüssten einzelne Gemeinden auch gar nichts von der Arbeit der Vereine, dabei sei eine Unterstützung auch der anderen Tierschutzvereine ebenfalls wichtig. Jeder Bürgermeister, der behaupte, in seiner Gemeinde gebe es kein Problem mit Streunerkatzen, verschließe die Augen vor der Realität. „Sollte jetzt noch die notwendige finanzielle Unterstützung für das Tierheim nicht angepasst werden, dessen Aufnahmekapazitäten sich dadurch verringern, hätte das fatale Folgen. Unsere Vereine sind nicht in der Lage, noch mehr aufzufangen“, so Müller.

Vereine sind bereits am Limit und fordern Kastrationspflicht

Tiernothilfe und Tierschutzverein appellieren zudem, erneut über die Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht nachzudenken. Darüber hinaus werde die Tiernothilfe aber nicht nur bei Katzennotfällen kontaktiert, sondern auch bei verletzen oder mutterlosen Wildtieren, Fundhunden oder anderen Kleintieren.

Ähnlich geht es dem Tierschutzverein Rotenburg, der 2020 in den vereinseigenen Aufnahmestellen 76 herrenlose Katzen behandelt, geimpft, gechippt und kastriert habe. Hinzu seien Kastrationen und tierärztliche Behandlungen von 17 Katzen ohne Besitzer gekommen, die aber nicht aufgenommen worden seien.

„Zwei Tiere mussten leider auch erlöst werden, da jede Hilfe zu spät kam“, berichten die Vorsitzenden Brigitte Brömel und Heidi Goldbach, die sich ebenfalls für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht aussprechen, um die Katzenpopularität zu reduzieren. „Unsere ehrenamtliche Arbeit nimmt von Jahr zu Jahr zu und auch die Kosten steigen“, heißt es.

Sollte das Tierheim in Bad Hersfeld geschlossen oder die Kapazitäten dort verringert werden, würden noch mehr Tiere bei den umliegenden Vereinen landen, so die Befürchtung. Neben dem Tierschutzverein Rotenburg an der Fulda 1879 und der Tiernothilfe Rotenburg 1995 gibt es noch den Tierschutzverein Pfötchenengel und seit diesem Jahr außerdem die Hersfelder Katzennothilfe. (Nadine Meier-Maaz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.