Verteidigungsministerin von der Leyen soll Aus für Alheimer-Kaserne überdenken

Hersfeld-Rotenburg. Die Bundeswehr soll attraktiver werden, aber fast die Hälfte der Unterkünfte für Soldaten ist marode. Deshalb appelliert Bürgermeister Christian Grunwald an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, das Aus für die Alheimer-Kaserne in Rotenburg noch einmal zu überdenken.

Denn der Standort, den die Bundeswehr 2016 verlassen will, ist in den vergangenen Jahren aufwendig saniert worden. Laut Verteidigungsministerium wurden etwa 27,5 Millionen Euro investiert. In der Vergangenheit war sogar von 40 Millionen Euro die Rede. Deshalb ist die Schließung der Kaserne immer wieder scharf kritisiert worden.

Nun rückt der Zustand aller Kasernen in den Blickpunkt: Nach einem Bericht von Spiegel-Online stuft die Bundeswehr 47 Prozent aller Stuben als „schlecht oder nicht benutzbar“ ein. Das soll Staatssekretär Gerd Hoofe dem Verteidigungsausschuss des Bundestags hinter verschlossenen Türen mitgeteilt haben. Für Sanierung oder Neubau von Unterkünften seien für die kommenden drei Jahre 474 Millionen Euro veranschlagt.

Damit werde die Fehlentscheidung, die Alheimer-Kaserne zu schließen, noch offensichtlicher, schreibt Grunwald in einem Brief an von der Leyen. Darin lädt er die Ministerin ein, sich bei einem Besuch vom guten Zustand der Kaserne zu überzeugen.

„Ich appelliere eindringlich an Sie, den Standort Rotenburg nochmals intensiv zur Weiternutzung zu prüfen“, schreibt Grunwald. Die militärtaktischen Überlegungen, mit denen die Schließung bisher begründet wurde, reichten angesichts der eklatanten Zustände der deutschen Kasernen einfach nicht mehr aus. Stattdessen biete der Standort Rotenburg mitten in Deutschland und mit grundsanierten Gebäuden optimale Voraussetzungen für den hoch mobilen und familienfreundlichen Arbeitgeber, zu dem von der Leyen die Bundeswehr formen will.

Von Marcus Janz

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