Vorbereitung für Braacher Dorfjubiläum: Gute und schlechte Zeiten

Erstaufführung im Jahr 1965: Diese Aufnahme des Stückes entstand anlässlich der 1200-Jahr-Feier in Braach. Foto: nh

Braach. Zweieinhalb Monate vor der Theateraufführung anlässlich der 1250-Jahr-Feier lag die Stimmung im Braacher Dorfgemeinschaftshaus zwischen erwartungsvoller Aufregung und sachlicher Konzentration.

Die Arbeitsgruppe Schauspiel ist in der heißen Phase angekommen. Jetzt trafen sich die Akteure zu den ersten gemeinsamen Proben mit allen Beteiligten. Die einzelnen Szenen wurden bereits seit September in kleinen Gruppen einstudiert.

Das Stück ist vor 50 Jahren schon einmal aufgeführt worden, damals unter der Leitung von Lehrer Walter Straka bei der 1200-Jahr-Feier. Es erzählt die Geschichte Braachs in fünf Bildern, von den ersten Siedlern, die sich auf dem brach liegenden Land niederließen, über Christianisierung, Frondienst, Pest und Brandkatastrophe bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Bogen zur Gegenwart

Neu ist das sechste Bild, das den Bogen in die Gegenwart schlägt: Eine Gruppe von Einheimischen berät, wie das alte Theaterstück aktualisiert werden kann und diskutiert, was sich im Dorf verändert hat.

Autor und Regisseur des sechsten Bildes ist Eberhard Jacobi, der seit 1963 in Braach lebt. „Das Schreiben war keine große Sache“, meinte der pensionierte Finanzbeamte. „Mir ist wichtig, dass es ein heiterer Abschluss wird“, sagte er. Denn im Gegensatz zu früheren Zeiten sei dem Dorf in den vergangenen 50 Jahren schließlich nichts Schlimmes geschehen. „Wir haben eine gute Zeit gehabt.“

Als Regisseur für die ersten fünf Bilder konnten die Braacher einen Fachmann gewinnen: Hello Chodura leitete während seiner Zeit als Lehrer an einer Schule im Kreis Holzminden Theatergruppen und hat außerdem Dokumentarfilme gedreht. Chodura, Jahrgang 1950, stammt aus Rotenburg und ist mit einer Braacherin verheiratet. Seit eineinhalb Jahren lebt der Pensionär wieder in seiner Heimatstadt.

„Wir haben das Stück weitgehend unverändert gelassen“, berichtete er. Nur an wenigen Stellen wurde der Text so verändert, dass ihn auch junge Leute verstehen können. Außerdem setzt er Musik- und Geräuscheffekte ein, die vor 50 Jahren noch nicht möglich waren.

Als Schauspieler sind alle Braacher Generationen vertreten. Der jüngste Schauspieler mit Sprechrolle ist 13 Jahre alt, die ältesten Mitte 70. Mit Willi Stiel gehört ein Darsteller von 1965 wieder zur Truppe. Er spielt sogar die gleiche Rolle, einen Wächter.

Für die Organisation des Projektes ist Nina Zimmer verantwortlich. „Unsere Kostüme haben wir schon zusammen“, berichtete sie. Die historischen Kleidungsstücke stammen aus dem Fundus der Stadt Rotenburg, einige aus Privatbesitz oder wurden genäht. Über das Bühnenbild macht man sich noch Gedanken. Aufwändig könne es nicht werden, weil das Festzelt erst einen Tag vor der Aufführung aufgestellt werden kann. Eintritt wird man von den Zuschauern nicht verlangen. „Wir setzen auf Spenden“.

Von Susanne Hefter

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