Städtebaulicher "Schandfleck" könnte verschwinden

Vorbereitungen für ein Pflegeheim mitten in Heinebach

Stehen leer: Das ehemalige Gasthaus Wiegand (oben) an der Borngasse und die frühere Synagoge (rechts) an der Eisfeldstraße liegen auf dem Areal, das nach den Vorstellungen der Gemeinde Alheim für ein Seniorenpflegeheim genutzt werden könnte. Bürgermeister Georg Lüdtke geht es auch darum, diesen „Schandfleck“ mitten im Ort zu beseitigen. Foto: Janz

Heinebach. Es gibt viele Einrichtungen für Senioren in Alheim - ein Pflegeheim gibt es aber nicht. Damit sich das ändern kann, will die Gemeinde nun die nötigen Grundlagen legen.

Mitten im Ortskern von Heinebach könnte ein Pflegeheim entstehen. Für ein etwa 4000 Quadratmeter großes Areal zwischen Borngasse und Eisfeldstraße wird ein Bebauungsplan aufgestellt, hat die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen. Sollte ein Investor dort bauen, würde damit auch ein städtebaulicher „Schandfleck“, so Bürgermeister Georg Lüdtke, verschwinden. Denn auf dem Areal stehen derzeit das ehemalige Gasthaus Wiegand und die frühere Synagoge, in Heinebach „Judenschule“ genannt. Beide stehen leer und verfallen immer weiter.

Doch noch ist es längst nicht so weit. Mit ihren Beschlüssen will die Gemeindevertretung zunächst die Rahmenbedingungen schaffen, damit ein Investor tätig werden kann. Interessenten gibt es bereits, sagt Lüdtke. Da es um eine Innenentwicklung geht, wird der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren mit frühzeitiger Einbeziehung der Öffentlichkeit erarbeitet.

Ein Platz für die Pflege mitten im Ort sei genau das, was Heime heute suchen: „Die Zeiten, in denen solche Einrichtungen auf die grüne Wiese gebaut wurden, sind vorbei“, sagt Bürgermeister Lüdtke. Er erhofft sich von einem Pflegeheim einen weiteren Baustein für das Generationennetzwerk der Gemeinde - damit pflegebedürftige Alheimer nicht wie bisher nach Rotenburg, Ersrode, Felsberg, Spangenberg oder noch weiter weg umziehen müssen.

Bedarfsanalyse beauftragt 

Teil zwei der Rahmenbedingungen wird eine Bedarfsanalyse sein, die die Gemeinde für 12 000 Euro bei einem Projektentwickler aus Knüllwald in Auftrag gibt. Er soll feststellen, wie viele Pflegeplätze für Senioren Alheim überhaupt braucht. Das sei eine wichtige Grundlage für einen Investor, damit ein Pflegeheim überhaupt eine öffentliche Förderung erhalten kann, erklärt Lüdtke. Das Geld bekommt die Gemeinde später wieder, wenn das Heim gebaut wird.

Warum das Vorhaben nicht mit öffentlichen Mitteln aus der Dorfentwicklung gefördert werden soll, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

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