Beamte suchen Verdächtige mit rumänischen Kennzeichen

Vorgetäuschte Autopannen: Polizei warnt vor Benzinbettlern

Hersfeld-Rotenburg. Hilfsbereite Autofahrer, die bei einer Panne helfen wollen, können derzeit eine böse Überraschung erleben: Betrüger nutzen die vorgetäuschte Notsituation aus. 

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist es in den vergangenen Tagen mehrfach zu Fällen sogenannter Benzinbettelei gekommen. Rumänische Benzinbettler seien zwischen Montag und Donnerstag in Bebra und dem Wilddecker Ortsteil Obersuhl aktiv gewesen. 

In der Vergangenheit ist es dabei immer wieder zu Betrugsdelikten gekommen, heißt es von der Polizei. Die Täter täuschen eine Notsituation vor, versuchen Kleingeld zu wechseln oder bieten minderwertigen Schmuck als Gegenleistung für Bargeld an.

Vermeintliches Pannenopfer stahl Traktorfahrer 750 Euro

Am Montag war ein Mann aus Großensee (Thüringen) gegen 17.50 Uhr mit seinem Traktor von Obersuhl nach Bosserode unterwegs. 

An dem Abzweig nach Dankmarshausen stand ein dunkelroter Pkw, vermutlich ein Audi, mit rumänischem Kennzeichen. Daneben stand ein Mann, der mit einer Landkarte winkte und dem Traktorfahrer mit Zeichen eine Autopanne andeutete. 

Der Traktorfahrer hielt an. Der Rumäne gab an, dass er nur ein 2 Eurostück in 50 Centmünzen gewechselt haben möchte. Während des Wechselns stahl der Verdächtige dem hilfsbereiten Traktorfahrer 750 Euro aus dessen Geldbörse, stieg in sein Auto ein und fuhr davon. 

Der Täter ist etwa 30 Jahre alt und hat ein schmales Gesicht mit schwarzen, kurzen Haaren und Stirnglatze. Außerdem trug er einen Dreitagbart und sprach deutsch mit ausländischem Akzent.

Familie mit Baby wurde gleich mehrfach gemeldet

An Himmelsfahrt ging bei der Polizei zudem die Meldung ein, dass an der Bundesstraße 83 zwischen Lispenhauen und Rotenburg ein silberner VW Passat mit rumänischem Kennzeichen stehen würde. 

Daneben stände ein Ausländer, der versuchte Autos anzuhalten. Auch hier ging der Anrufer von einer Autopanne aus. 

Bei der Kontrolle durch die Polizei war der  silberne Passat nicht mehr da. 

Ein weiterer Autofahrer meldete dasselbe Fahrzeug auf der Bundestraße 27 zwischen Bebra und Cornberg. Auf der Straße ständen zwei Männer und eine Frau mit einem Baby auf dem Arm. Auch hier wäre eine Autopanne vorgetäuscht worden, um andere Autofahrer zum Anhalten zu bewegen. 

Bei der Polizeikontrolle gaben die Verdächtigen an, nur eine Rast machen zu wollen.

Trio mit Vorgeschichte

Das Trio mit dem silbernen Passat ist in Nord- und Osthessen schon mehrmals wegen Benzinbetteleien aufgetreten. Bezüglich eines möglichen Zusammenhangs mit dem Fall vom Montag dauern die Ermittlungen noch an.

Die Polizei weist darauf hin, dass Betteln nicht in allen Fällen strafbar ist. Dennoch wird darum gebeten, dass Betroffene die Polizei verständigen sollen. 

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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