Forstwirtschaftliche Vereinigung Nordhessen in Homberg gegründet

Waldbesitzer in Nordhessen schließen sich zusammen

Hessen Forst Wald Fichten Polter Borkenkäfer  (Symbolbild)
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Immer mehr Fichten werden gefällt: Das Käferholz wird im Wald zu Poltern aufgestapelt. (Symbolbild)

Elf Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) und Kommunen haben in dieser Woche in Homberg/Efze die Forstwirtschaftliche Vereinigung Nordhessen gegründet – eine Holzvermarktungsorganisation.

Hersfeld-Rotenburg – Zum Geschäftsführer wurde der Bürgermeister der Stadt Liebenau, Harald Munser, gewählt. Er ist auch Vorsitzender der FBG Weser-Diemel. Die Gründung der privatwirtschaftlichen GmbH soll dazu beitragen, dass sich auch kleinere Waldbesitzer am Holzmarkt behaupten können. In Forstbetriebsgemeinschaften sind sowohl private Waldbesitzer als auch Kommunen mit unterschiedlich großen Flächen organisiert.

Bislang hatte Hessen Forst für die meisten Kommunen und FGB nicht nur die Beförsterung des Waldes, sondern auch den Holzverkauf übernommen und konnte somit als großer Anbieter auftreten. Das ist aus kartellrechtlichen Gründen ab 2021 nicht mehr möglich.

Waldbesitzer mit mehr als 100 Hektar Fläche Wirtschaftswald müssen den Verkauf neu organisieren. Mit Unterstützung des zuständige Hessischen Umweltministeriums wurde bereits die Forstwirtschaftliche Vereinigung Osthessen gegründet und vom Regierungspräsidium Kassel anerkannt.

Reinhard Schaake, Bürgermeister Wolfhagen

In Nordhessen wurde die Gründung in einem Arbeitskreis unter Leitung von Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake vorbereitet und ebenfalls vom Ministerium unterstützt. Schaake ist auch Vorsitzender der FGB Wolfhagen-Naumburg, die der Forstwirtschaftlichen Vereinigung beigetreten ist. Die Stadt Wolfhagen mit Waldbesitz von 1800 Hektar dagegen gehört nicht zu den Gründungsmitgliedern.

Damit ist sie als größere Waldeigentümerin nicht allein: Auch die Stadt Rotenburg an der Fulda, die 1300 Hektar ihr eigen nennt, beteiligt sich nicht, sondern hat ein privates Forstunternehmen mit der Bewirtschaftung und Vermarktung des Stadtwaldes beauftragt.

Harald Munser, Bürgermeister von Liebenau

„Die neue Gesellschaft ist offen für weitere Mitglieder“, sagen Schaake und Munser. Sie sei auch deshalb attraktiv, weil es eine finanzielle Unterstützung durch das Land geben werde. Die elf Gesellschafter legen insgesamt 25 000 Euro Gründungskapital ein. Bürgermeister Munser wird die GmbH organisatorisch zunächst ins Laufen bringen und so lange leiten, bis ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt wurde. Sitz der neuen Gesellschaft soll Homberg werden.

Zu den Gesellschaftern gehören die Forstbetriebsgemeinschaften Fritzlar, Homberg, Jesberg, Kassel, Rotenburg, Weser-Diemel, Korbach-Strick, Wolfhagen-Naumburg, Neukirchen-Knüll sowie die Kommunen Neuenstein und Spangenberg.

Die Beförsterung des Waldes der Gesellschafter wird auch in der neuen Forstwirtschaftlichen Vereinigung von Hessen Forst, also den jeweiligen lokalen Forstämtern betrieben, bestätigt Munser. (sis)

Kontakt: per E-Mail: harald.munser@stadt-liebenau.de

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