Wehrbeauftrager kritisiert Schließung der Alheimer-Kaserne nur indirekt

Hat seinen letzten Jahresbericht vorgelegt: Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus. Foto: dpa

Berlin / Rotenburg. Der Wehrbeauftragte des Bundestages hat die Schließung der Alheimer-Kaserne in Rotenburg in seinem Jahresbericht kritisiert - allerdings nur indirekt.

In seinem Jahresbericht bemängelte Hellmut Königshaus (FDP) den schlechten Zustand vieler Truppenunterkünfte und forderte, Kasernenschließungen im Zuge des Standortkonzepts noch einmal zu überprüfen.

„Wenig überzeugend war zum Beispiel die Schließung von Kasernen mit kostspielig renovierten Gebäuden, die nun nicht mehr für die vorgesehenen Zwecke genutzt werden“, heißt es im Jahresbericht. Während der Pressekonferenz wies Königshaus darauf hin, dass er zunehmend Zuschriften erhalte, die genau das „zu Recht“ bemängeln. Auch die Bürgermeister von Rotenburg und Alheim, Christian Grunwald (CDU) und Georg Lüdtke (SPD) hatten sich im November an Königshaus gewandt, der darauf ankündigte, „diese Problematik auch in meinem Jahresbericht ansprechen“ zu wollen.

Namentlich erwähnt hat er die Alheimer-Kaserne jedoch nicht. Sie wurde in den vergangenen Jahren für etwa 40 Millionen Euro saniert und wird von der Bundeswehr Anfang 2016 aufgegeben. Laut Königshaus müsse man im Sinne der Steuerzahler aber dort umsteuern, wo das noch möglich ist: Das Argument „der Sack ist zu“ dürfe nur dort gelten, wo Schließungspläne nicht umgesetzt sind. Die Räumung der Alheimer-Kaserne ist allerdings schon weit vorangeschritten, das Führungsunterstützungsbataillon 286 bereits aufgelöst.

Es sei bedauerlich, dass das Verteidigungsministerium das Standortkonzept noch nicht nachgebessert habe, zumal Ministerin Ursula von der Leyen eine „Agenda Attraktivität“ für die Bundeswehr angekündigt hat. Wegen des zunehmenden Sanierungsstaus wiesen aber 38 Prozent der Unterkünfte größere Mängel auf wie Rost- und Schimmelbefall, Kloakengeruch und defekte Heizkörper, heißt es im Jahresbericht des Wehrbeauftragten.

Von Marcus Janz

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