Wunschbaum-Aktion

Nach schwerem Unfall: Größter Wunsch von Linus (6) geht in Erfüllung

Frühe Bescherung: Nach einem schweren Unfall muss Linus Kleber vorerst noch mit einem Rollstuhl als Flitzer vorliebnehmen. Sobald der Sechsjährige wieder im Sattel sitzen kann, sucht der Friedewalder Bike Store ein passendes Kinderrad für ihn aus. Unser
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Frühe Bescherung: Nach einem schweren Unfall muss Linus Kleber vorerst noch mit einem Rollstuhl als Flitzer vorliebnehmen. Sobald der Sechsjährige wieder im Sattel sitzen kann, sucht der Friedewalder Bike Store ein passendes Kinderrad für ihn aus. Unser

Nach einem schweren Unfall im November darf sich Linus über ein Fahrrad zu Weihnachten freuen. Jetzt hat er in der Reha ein Ziel vor Augen.

Rotenburg/Friedewald – Linus Kleber in Höchstform ist ein echter Wirbelwind. Das wird deutlich, als der Sechsjährige einen Tag vor Heiligabend durch den Fahrradladen in Friedewald flitzt, seine Mutter im Schlepptau – aber nicht auf den zwei Rädern, die man erwarten würde. Doch auch den Rollstuhl hat er schon gut im Griff.

Der kleine Lispenhäuser wird im November bei einem Unfall brachial ausgebremst: Ein Kleinlaster erfasst ihn beim Rückwärtsfahren, er stürzt, verletzt sich schwer. Die Folgen: Vier Wochen im Krankenhaus, davon die Hälfte auf der Intensivstation. Linus hält sich tapfer, ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung – nur sein Flitzer ist immer noch kaputt. Jetzt soll ein neues Fahrrad her, möglich machen es Geschwisterliebe, der Rotenburger Wunschbaum und große Hilfsbereitschaft über die Stadtgrenzen hinaus.

Weihnachten 2021: Schwester Maja denkt im richtigen Moment an Bruder Linus und handelt

Die richtige Idee hat seine Schwester Maja: Beim Einkaufen der Weihnachtsgeschenke muss die 13-Jährige an ihren Bruder im Krankenhaus denken – und schreibt in seinem Namen den ersten Zettel für den Rotenburger Wunschbaum.

Geschwisterliebe: Die 13-jährige Maja hat sich im Namen ihres kleinen Bruders am Rotenburger Wunschbaum ein neues Fahrrad gewünscht, „weil meins bei einem Unfall kaputt gegangen ist“.

„Manchmal gehen auch große Wünsche in Erfüllung“, sagt Initiatorin Conny Haag-Lorenz stolz. Der Anteil der Rotenburgerin daran ist nicht klein: Bewegt von der Geschichte des Sechsjährigen klemmt sie sich hinter das Projekt, wirbt nach Rücksprache mit der Familie in der Facebook-Gruppe „Bornschisser“ um Unterstützung. „Als ich den Text und die Reaktionen gelesen habe, sind mir die Tränen gekommen“, sagt Mutter Tanja Kleber.

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Schönste Bescherung in diese Jahr: Familie kann zu Hause Weihnachten feiern

Es ist eine schwierige Vorweihnachtszeit für die Lispenhäuser. Die zähe Zeit im Krankenhaus hat Spuren hinterlassen und „viele Nerven gekostet“, sagt Vater Dennis Kleber, der kaum von der Seite seines Sohnes gewichen ist. Erst Anfang der Woche durfte der Sechsjährige nach Hause – die Klebers hatten sich bereits auf Weihnachten im Krankenhaus eingestellt.

Stattdessen kommt die Bescherung frühzeitig: Über Umwege landet der Spendenaufruf im Bike Store in Friedewald. Der Fahrradspezialist hat erst im Juli eröffnet, Geschäftsführer Daniel Kramer entscheidet: „Das ist ein greifbares Problem, bei dem wir helfen können.“ Er will die 350 Euro Spenden von Conny Haag-Lorenz soweit aufstocken, dass sie für die 600 bis 700 Euro reichen, die ein hochwertiges Kinderrad kostet. Einen Tag vor Heiligabend stellt er den Klebers eine erste Auswahl vor – entscheiden soll sich Linus erst, wenn er für eine Probefahrt wieder im Sattel sitzen kann.

Dafür muss der Sechsjährige zunächst die Reha im Januar bewältigen. Die Ärzte sind optimistisch, sein Vater sagt: „Jetzt hat er etwas, auf dass er sich freuen kann. Ich kann mir vorstellen, dass es relativ schnell geht.“ (Clemens Herwig)

Der Unfall ereignete sich Ende November 2021 in Rotenburg. Der kleine Junge musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden.

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