Weite Wege und wenige Prüfplätze: Protestbrief der Fahrlehrer an TÜV

Hersfeld-Rotenburg. Über 30 Fahrlehrer im Kreis Hersfeld-Rotenburg werfen dem TÜV vor, sein Monopol auszunutzen.

Der TÜV presse aus den Fahrschülern und -schulen den letzten Cent – so lautet einer der stärksten Kritikpunkte in dem Protestschreiben, das Freitag in einer Versammlung der Fahrlehrervereinigung Hessen in Kirchheim an Manfred Wagner vom TÜV übergeben worden ist.

Wagner ist der Fahrerlaubnisbeauftragte und nahm den Protestbrief entgegen, den Aribert Kirch (Rotenburg) und Markus Mihm (Bad Hersfeld) überreichten. 31 der insgesamt 33 Fahrlehrer im Kreis haben unterschrieben. Ein Kollege konnte wegen Urlaubs nicht unterzeichnen, erklärten Mihm und Kirch.

Die Liste der Kritikpunkte ist lang. Durch die Kündigung des Prüfraums in Bebra zum Jahresende und Konzentration aller Theorieprüfungen in Hersfeld-Rotenburg auf die Kreisstadt entstünden längere Wege für die Fahrschüler. So fahren diese beispielsweise 30 Kilometer von Heinebach nach Bad Hersfeld zum TÜV.

„Der Kampf um die wenigen Prüfplätze wird verschärft“, sagen die Fahrlehrer. Die Versorgung mit Prüfplätzen im Internetportal der TÜH sei mangelhaft. Die Fahrlehrer monieren auch das Vorgehen, wenn eine praktische Prüfung unterschiedlich bewertet wird. Fahrschüler hätten keine Rechtsmittel gegen Entscheidungen der TÜV-Sachverständigen.

Der TÜV ist in Hessen von der TÜH (Staatliche Technische Überwachung Hessen) mit der Abnahme der Fahrprüfungen beauftragt. Uwe Herrmann, Leiter der Technischen Prüfstelle der TÜH in Darmstadt, äußerte sich noch am selben Tag und sprach von Denkanstößen der Fahrlehrer. Man werde reagieren, sagte Herrmann. Der Raum in Bebra werde aber aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. 2016 hätte man dort elf PCs erneuern müssen, eine Standleitung sei erforderlich.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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