Dauer von viereinhalb Stunden

HKZ: Weltweit erste doppelte Herz-OP durchs Schlüsselloch ist gelungen

Rotenburg. Das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg (HKZ) beweist mit einer komplizierten, minimalinvasiven Doppel-Operation seinen Ruf als renommiertes Herz-Zentrum.

Prof. Dr. Ardawan Rastan und sein Team haben als erste Herzchirurgen weltweit zwei komplizierte Eingriffe in einer einzigen minimal-invasiven Schlüsselloch-Operation gemeistert.

Anstatt das Brustbein zu öffnen, wurde während der viereinhalbstündigen Operation über einen kleinen Schnitt an der rechten Seite des Brustkorbs operiert. Dabei wurden dem Patienten ein Bypass unter Verwendung der rechten Brustwandarterie gelegt und gleichzeitig eine undichte Mitralklappe „repariert“.

Dies ist nach Angaben Rastans weltweit die erste OP dieser Art. Üblicherweise handelt es sich um zwei isolierte Eingriffe, für die in der Regel der Brustkorb geöffnet wird. Rastan bezeichnet das als weiteren Fortschritt in der operativen Therapie bei der Verengung eines Herzkranzgefäßes und gleichzeitig defekter Herzklappe.

So sei der Patient schneller wieder auf den Beinen, und auch kosmetisch sei ein kleiner Schnitt an der Brustkorbseite deutlich günstiger als eine Operation, bei der das Brustbein eröffnet wird. Das muss erst wieder heilen - auch Wundheilungsstörungen werden so weitgehend vermieden. Zudem ist nach der Reha auch das Autofahren mit dem Gurt über der Brust kein Problem mehr.

Seit 2012 werden Mitralklappen am HKZ über einen Schlüssellochzugang operiert. Auch bei den reinen Mitralklappen-OPs gehört die Rotenburger Spezialklinik zu den führenden Häusern, da nahezu alle Patienten minimal-invasiv und mit sehr gutem Ergebnis operiert werden.

Deutschlandweit werden noch mehr als die Hälfte dieser Operationen offen vorgenommen. Die Spaltung des Brustbein ist für die Patienten, vor allem auch für ältere, eine große Belastung.

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Archivvideo: Herz-OP durchs Schlüsselloch:

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