Hohe Kanten und Stolperfallen

Weniger Barrieren für Rotenburgs Innenstadt

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Härtetest: Gerlinde Casper (Mitte) kennt die Stolperfalle Pflaster. Sie gehört wie Barbara Brinkmann, links, und Claudia Reiners zum Sozialausschuss.

Rotenburg. Wie kann man Menschen mit Geh- oder Sehbehinderungen das Leben in Rotenburg erleichtern?

Bei einem Stadtrundgang berieten Mitglieder des Sozialausschusses, Behindertenbeauftragter Gerhard Ruch, Bürgermeister Christian Grunwald sowie die städtischen Mitarbeiter Thorsten de Weerd, Berthold Licht und Ulf George an neuralgische Stellen.

Eine Reihe von Problemen sollen in Angriff genommen werden, manche werden bleiben, weil die Stadt keine Entscheidungsbefugnis hat. 

Eingang Tourist-Info

Der Eingang ist schon lange durch eine Rampe behindertengerecht gestaltet. Wer allerdings den geraden Weg vom Ausgang zum Marktplatz wählt, trifft auf eine relativ hohe Stufe. Jetzt soll ein kleines Geländer am Ende der Rampe für Sicherheit sorgen. Man wird auf die Stufe aufmerksam und kann das Geländer nutzen.

Breitenstraße

Schon lange gewünscht sind breitere Gehwege für die Breitenstraße – ganz besonders im Übergangsbereich zum Obertor ab Höhe Möbelhaus Bier. Auch das Problem der Verengung durch Aufsteller von Geschäften könnte somit aus der Welt geschaffen werden. Allerdings: Die Breitenstraße ist Landesstraße, das heißt, die Stadt hat keine Entscheidungsbefugnis. Da die Straße ab ab 2018 erneuert werden soll, will die Stadt auf eine Umgestaltung hinwirken. Über die zu Bundeswehrzeiten nötige 7,30 Meter breite Fahrbahn könnte diskutiert werden. Kurzfristig gibt es allerdings keine Lösung.

Kante des Anstoßes: Vom Eingangsbereich der Touristinfo zum Marktplatz müssen Fußgänger eine Stufe überwinden. Ein kleines Geländer soll den Schritt erleichtern. Unser Bild zeigt von links Berthold Licht (Bauhof), Gerhard Ruch (Behindertenbeauftragter), Gerlinde Casper, Ulf George (Ordnungsamt), Thorsten de Weerd (Controlling) und Mitglieder des Sozialausschusses.

Pflaster

Teile der Brückengasse und des Steinwegs sind an manchen Stellen mit Porphyrsteinen als Kopfsteinpflaster gestaltet Weil diese über 30 Jahre alt und an vielen Stellen kaputt sind, sind große Lücken entstanden, die zum Stolpern führen und Rollstuhlfahrer sowie Rollator-Nutzer belasten. Die Flächen sollen nach und nach durch normale Steine mit geraden Kanten ersetzt werden, die dicht an dicht verlegt werden.

Gehwege absenken

Gehwege werden abgesenkt, um das Überqueren von Straßen zu erleichtern. Ein minimaler Absatz soll jedoch bleiben, weil Sehbehinderte für ihren Taststock erkennbare Widerstände benötigen, um sich zu orientieren. Der Bauhof wird das an folgenden Stellen machen: Übergang vom Marktplatz/St.Georg-Straße zur Friedensstraße, im Bereich Bürgerstraße in der Kurve zur Straße An der Brücke und im Bereich Edeka-Getränkemarkt in Höhe der Sitzbank. Nicht abgesenkt – wie ursprünglich geplant – werden hingegen Bordsteine in der Kurve im Bereich Grüner Weg/ Schindlauchwiesenweg. Der Ortstermin zeigte, dass die Stelle zusätzliche Gefahren für Menschen mit Gehbehinderungen bringen würde.

Aufzug Im Zwickel

Der Aufzug zur Brücke über die Bahnanlagen, die Einkaufszentrum und Innenstadt verbindet, ist schon lange defekt. Um weiteren Vandalismus an der Anlage zu verhindern, soll am Abend ein Gittertor den Zugang versperren.

Beschilderung

Schilder im Bereich der Fußgängerbrücke am Campingplatz und am Schlosspark sollen Rad- und Mofafahrer darauf hinweisen, dass sie absteigen müssen. Zwar gibt es bereits Schilder, doch sind sie in einem schlechten Zustand und müssen erneuert werden.

Die Kontrollgänge sollen regelmäßig wiederholt und auf die Stadtteile erweitert werden.

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