Rechtsextreme vor Gericht

Rechte Gewalt auf der Kirmes: Hohe Geldstrafe

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In Bad Hersfeld standen drei junge Männer vor Gericht, die einen dunkelhäutigen Mann aus rassistischen Gründen geschlagen und getreten haben sollen.

Bad Hersfeld/Willingshain. Rechte Gewalt auf der Willingshainer Kirmes hatte am Donnerstag ein gerichtliches Nachspiel.  

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde ein 26-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis vom Einzelrichter des Amtsgerichts Bad Hersfeld zu 130 Tagessätzen von 55 Euro (7150 Euro) verurteilt.

Aktualisiert um 16.50 Uhr.

Der wegen seiner rechtsextremen Gesinnung bereits mehrfach in Erscheinung getretene Angeklagte hatte am 2. November vergangenen Jahres einen bei einer Schlägerei zu Boden gegangenen dunkelhäutigen 23-Jährigen in die Rippen getreten. Die Verfahren gegen zwei Mitangeklagte, die an der Auseinandersetzung ebenfalls beteiligt waren, wurden wegen der letztlich unzureichenden Beweislage eingestellt.

Das spätere Opfer, das als „Nigger“ beschimpft worden war und Schläge, Tritte sowie einen Biss in die Seite erlitten hatte, war jedoch nicht ganz unschuldig an der Eskalation der Ereignisse: Der Bankkaufmann ist Mitglied der Kirmesburschenschaft, der zeitweilig auch sein Peiniger angehörte, aufgrund seiner rechten Umtriebe jedoch ausgeschlossen worden war. Mit steigendem Alkoholpegel war es im Willingshainer Festzelt nach Mitternacht zu gegenseitigen Provokationen und ersten Handgreiflichkeiten gekommen. Der 23-Jährige war dabei auch mit einem 25 Jahre alten Montagehelfer aneinander geraten, dem er so kräftig in den Finger biss, dass Blut floss. Hernach war es dann zu einem Tumult gekommen, in dessen Verlauf der Bänker zu Boden ging.

Seine vielfältigen Verletzungen hat später ein Arzt im Hersfelder Klinikum dokumentiert. Im Zeugenstand sah sich der junge Mann außerstande, in Gegenwart der Angeklagten auszusagen. Noch heute ist er psychisch angeschlagen. Staatsanwalt Harry Wilke hatte wegen der Vorstrafen des 26-Jährigen für eine Freiheitstrafe von sechs Monaten plädiert, die Verteidigung mangels Beweisen für einen Freispruch.

Von Karl Schönholtz

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