Investor Juwi hat Cornbergs Ältestenrat informiert

Windpark an der Franzosenstraße könnte 2019 kommen

Der Rotmilan zählt zu den gefährdeten Vogelarten: Er hat sich im Stölzinger Gebirge an der Franzosenstraße niedergelassen, zum Ärger von Windpark-Investoren. Foto: Archiv

Cornberg/Rotenburg/Bebra. Es scheint wieder Bewegung in die Pläne für das Windkraftgebiet (HEF 02) an der Franzosenstraße im Stölzinger Gebirge zwischen Cornberg, Bebra und Rotenburg gekommen zu sein. Investor Juwi hat Anfang Mai den Ältestenrat der Gemeinde Cornberg über den aktuellen Stand informiert. Demnach soll mit dem Bau eines Windparks südlich des Schwarzen Stocks in Richtung Bebra bereits Anfang 2019 begonnen werden.

Das Gespräch

Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth bestätigt, dass es ein Gespräch mit dem Unternehmen gegeben hat. Der Ältestenrat hatte darum gebeten. Der Grund waren mehrere Anfragen von verschiedenen Unternehmen, die Wind- und Lärmmessungen bei Rockensüß und Cornberg vornehmen wollten. Das machte die Gemeindevertreter stutzig, so dass sie nachhakten.

Der alte Plan

Bereits 2013 hatte es Überlegungen der Unternehmen Juwi, PNE und WKN gegeben, Windkraftanlagen an der Franzosenstraße zu errichten. Doch der Sturm Kyrill machte der Idee einen Strich durch die Rechnung. Er schuf im vorgesehenen Gebiet offene Landschaften, die sich als idealer Lebensraum für den gefährdeten Rotmilan erwiesen. Mehrere Gutachten und Zählungen bestätigten das. 2014 legte Juwi das Projekt wegen des hohen Rotmilanaufkommens erst einmal auf Eis. Bis jetzt.

Der neue Plan

Wie sich zeigt, ist der Investor in den vergangenen Jahren nicht untätig geblieben. Allerdings konzentrieren sich die neuen Pläne des Unternehmens jetzt nicht mehr auf das komplette Windkraftgebiet HEF 02, sondern nur noch auf den südlichen Teil zwischen Rockensüß, Königswald, Erkshausen und Rautenhausen. Das nördliche Gebiet ist aus der Planung wegen der Rotmilane herausgefallen. Im südlichen Teil jedoch verschwinde der Rotmilan einem Gutachten des Windkraftunternehmens WKN zufolge nach und nach. Dadurch seien dort den unserer Zeitung vorliegenden Unterlagen zufolge sechs Anlagen realistisch.

Die Anlagen

Mit dem neuen Gebiet werden sich auch die Windanlagen verändern: Sie sollen größer ausfallen. Denn statt etwa 150 Meter Höhe wie 2013 geplant, sieht Juwi den Bau von Anlagen vor, die in der Spitze 233 Meter hoch sind, mit entsprechend größeren Rotoren. Damit soll der Höhenverlust – das frühere Planungsgebiet lag auf 480 Meter Höhe, das neue auf 400 Meter – kompensiert und die Wirtschaftlichkeit gesichert werden.

Der nächste Schritt

Die Eigentümer der für das neue Gebiet vorgesehenen Flächen, laut Bürgermeister Großkurth sei das überwiegend Hessen-Forst, sollen in den kommenden Wochen von Juwi über den aktuellen Stand informiert werden. Der Baustart des Windparks sei für das erste Quartal 2019, die Inbetriebnahme für das vierte Quartal desselben Jahres geplant. Unserer Zeitung gegenüber erklärte Juwi, dass das Gespräch mit der Gemeinde Cornberg die Wiederaufnahme der Planungen zum Inhalt hatte und dass das Projekt in den kommenden Monaten erneut „in aller Ruhe“ bewertet werde. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Was Cornbergs Bürgermeister von dem Projekt hält, lesen Sie in unserer gedruckten Dienstagsausgabe.

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