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„Wir sind das Krankenhaus mit Herz“: KKH Rotenburg feierte seinen Neujahrsempfang

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Von: Wilfried Apel

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Im Lokschuppen in Bebra fand am Freitagabend der Neujahrsempfang des KKH Rotenburg statt.
Im Lokschuppen in Bebra fand am Freitagabend der Neujahrsempfang des KKH Rotenburg statt. © Wilfried Apel

Gut aufgestellt und mit optimistischem Blick in die Zukunft präsentierte sich das Kreiskrankenhaus Rotenburg am Freitag beim Neujahrsempfang im Bebraer Lokschuppen.

Bebra/Rotenburg – Das Motto „Mit Volldampf in das neue Jahr“ hätte nicht besser gewählt sein können, denn kurz vor Beginn der Veranstaltung schnaufte die von den örtlichen Eisenbahnnostalgikern anlässlich des Jubiläums „175 Jahre Eisenbahn in Bebra“ geholte Dampflok 58 311 mit viel Dampf in Richtung Cornberger Rampe.

Eine Steilvorlage nicht nur für Jan Dreher, den Kaufmännischen Vorstand des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf, der der Trägerverein der Betriebsgesellschaft des Krankenhauses ist. An die Krankenhausleitung gewandt, aber natürlich auch an die vielen anwesenden Mitarbeiter, Partner und Gäste, verwies er auf die in den Corona-Jahren 2021 und 2022 erzielten „ordentlichen Ergebnisse“, die nicht zuletzt auf den großen Einsatz aller Mitarbeitenden zurückzuführen seien.

Dafür dankend sagte Dreher: „Wir sind das Krankenhaus mit Herz, nah dran am Patienten – und auf dem Fundament unseres christlichen Glaubens ist uns vor der Zukunft nicht bange!“

Dr. Martin Oechsner, der Ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses (KKH), bezeichnete es als großes Gut, dass man sich wieder treffen und austauschen könne. Auf die allgemeine Situation eingehend sprach er davon, dass sich die Krankenhauslandschaft drei Herausforderungen ausgesetzt sehe: Dem Krankenhausstrukturgesetz, das möglicherweise schon bald dazu führen werde, dass sich die Zahl der Krankenhäuser von 1400 im Jahr 2019 auf vielleicht nur noch 600 „notwendige“ reduziere, der Problematik der Spezialisierung und der Problematik des Generationswechsels. Während es unter dem Stichwort Spezialisierung abzuwägen gelte, ob man nicht nach wie vor neben immer mehr mit Operationsrobotern arbeitenden Spezialisten auch Generalisten brauche, stelle sich unter dem Stichwort Generationswechsel die Frage, wie es nach der Verrentung der Babyboomer-Generation weitergehe. Eine von Oechsners Thesen: „Potenziellen Mitarbeitern muss eine Umgebung zur Verfügung gestellt werden, in der sie zum Arzt reifen können. In allein profitorientierten Unternehmen dürfte das schwerfallen.“ Sein mit vielen Bildern gespicktes Credo: „Auch der Krankenhausbereich befindet sich in einer Art Zeitenwende. Zwischen „Medicus“ und „Dr. Pille“ müssen wir sehen, wie wir alles unter einen Hut bekommen, und zwar so, dass es bezahlbar bleibt. Lasst uns den Berg besteigen!“

Naheliegenderweise hatte das KKH den Extrembergsteiger und erfolgreichen Geschäftsführer des Skitourenausrüsters Dynafit, Benedikt Böhm, als Festredner gewonnen. Beeindruckend schilderte der 55-Jährige in mitreißender, mit tollen Bildern unterlegter, freier Rede, wie man Angst überwindet und mit auf das absolut Erforderliche reduziertem Gepäck und „Speed“ höchste Berge besteigt. So etwa von einem Basislager in 4850 Metern Höhe aus in knapp sieben Stunden den 7126 Meter hohen, in Nepal gelegenen Berg Himlung Himal.

Auf das menschliche Leben übertragen fasste Böhm seine Erkenntnisse so zusammen: „Immer das minimale Maximum anstreben, um bessere Resultate zu erreichen. Alles ausprobieren, aber dann auch entscheiden und aufs Ganze gehen. Angst „vor…“ strukturieren und mittels Angstkarten überwinden, Umkehr als Option einkalkulieren. Angst teilen. „Seilpartner“ finden, Pairing vereinbaren. Die Balance zwischen Mut und Angst finden.“ Dafür erhielt er vom Auditorium jede Menge Applaus. (Wilfried Apel)

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