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Bänke in Rotenburg als Zeichen gegen Gewalt

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Grenzlichter-Bank und Wegweiser: Sebastian Münscher und Marianne Munzer ließen in den Werkstätten ihrer Unternehmen eine Bank und Hinweisschilder anfertigen, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt im Stadtbild zu setzen.
Grenzlichter-Bank und Wegweiser: Sebastian Münscher und Marianne Munzer ließen in den Werkstätten ihrer Unternehmen eine Bank und Hinweisschilder anfertigen, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt im Stadtbild zu setzen. © Susanne Kanngieser

Ganz allmählich sind die „Rotenburger Grenzlichter“ auch im Stadtbild präsent.

Rotenburg – Da sind die kleinen farbigen Schritte, die auf die zahlreichen Hilfsorganisationen und Institutionen hinweisen oder die vielen Briefkästen, in denen Geschichten über Grenzerfahrungen gesammelt werden. Beides sind Hinweise darauf, dass Verantwortliche aus der Gesellschaft das Thema sexualisierte Gewalt aus der Tabuzone und Licht ins Dunkel holen wollen.

Eine Bank beim Wasserfontänen-Feld am Marktplatz und ein Wegweiser zu den wichtigen Hilfs-Einrichtungen sind jetzt noch hinzugekommen. Möglich machten dies Marianne Munzer, Diakonin bei der Hephata Diakonie, und Sebastian Münscher, Teamleiter beim Bildungswerk nordhessische Wirtschaft. Beide sind im Präventionsrat der Stadt Rotenburg und arbeiten in Unternehmen, in denen Werkstätten integriert sind: Im Hephata-Herzberghaus in Breitenbach am Herzberg wurde eine Bank aus Fichtenholz produziert. Das Hephata-Herzberghaus ist eine sozialtherapeutische Einrichtung für alkohol- und medikamentenabhängige erwachsene Menschen.

Die Bank wurde dort zusätzlich schwarz lackiert. „Rotenburger Grenzlichter“ steht mit weißer Schrift darauf, und ein weiteres wichtiges Statement ist zu lesen: „Kein Platz für Gewalt“.

Im Bildungswerk von Münscher hatten Metall-, Holz- und Farbwerkstatt einen farbigen Wegweiser zu den entscheidenden Institutionen angefertigt. Das sind wirklich hilfreiche Hingucker zum Nulltarif. Das Bildungswerk setzt als Träger im Auftrag des Kreisausschusses des Landkreises Hersfeld-Rotenburg das Projekt „startpunkt“ auch am Standort in Rotenburg um. Es hilft jungen Menschen, die durch Sucht, unterschiedliche Formen von Gewalt oder Familienkonflikte in Schwierigkeiten geraten sind.

Munzer und Münscher schätzen die Arbeit im Präventionsrat. „Alle ziehen an einem Strang, und es ist eine echte Netzwerkarbeit und ein intensiver Austausch entstanden“, sagt Munzer. „Durch die Kontakte, die man hier intensivieren kann, gibt es Hilfen auf kurzen Dienstwegen“, ergänzt Münscher. Man kenne die Ansprechpartner und werde stets auf den aktuellen Stand gebracht.

So traurig es auch sei, es bestehe echter Handlungsbedarf im Hinblick auf sexualisierte Gewalt, da waren sich beide einig. Probleme habe es sicher in früheren Zeiten ohne Internet und soziale Medien auch schon gegeben. „Aber heute geht alles schneller und unreflektierter“, betont Münscher.

(Susanne Kanngieser)

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