Zünftig soll’s zugehen:

Braumeister wagt Gastronomie im Rotenburger Schlosspark

Freut sich auf die neue Aufgabe: Ralf Kramer will im Rotenburger Schlosspark Bier brauen und eine Gaststätte betreiben. Derzeit wird im und am ehemaligen Park-Café dafür gearbeitet. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Das Bier aus seiner Rotenburger Manufaktur ist in der Region längst etabliert. Jetzt ist Braumeister Ralf Kramer dabei, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Er zieht ins ehemaligen Rotenburger Park-Café. Seine Erfahrungen in dem seit Monaten laufenden Prozess sind allerdings ernüchternd.

Eigentlich wollte der 48-Jährige sein „Schalander“ schon zum 1. Dezember eröffnen. Doch wartet er seit Monaten auf die Bewilligung seines Bauantrags - trotz mündlicher Klärung aller Einzelheiten.

„Behördeninterne Probleme“ habe es gegeben, umschreibt er die Hängepartie. Jetzt hofft er, zu Ostern eröffnen zu können. Was Ralf Kramer plant, ist in der Region einzigartig: Seine Brauerei soll im Schlosspark hinter dem ehemaligen Park-Café - in Richtung Fuldaufer - entstehen. In der Schenke, auf der Terrasse und im künftigen Biergarten sollen dann frisches Rotenburger hell, dunkel, ein Weizenbier und eine saisonale Spezialität fließen.

Die Gäste sitzen auf rustikalen Bänken an gezimmerten Tischen, auch die Theke ist aus Holz. Aus dem ehemaligen Kaminzimmer wird ein Raum für Bierseminare - natürlich mit Verkostung. Im Schalander wird es zünftig zugehen. Der Gerstensaft steht im Mittelpunkt.

„Bier trinken macht hungrig“, weiß Ralf Kramer. Deshalb gibt es auch einige ausgesuchte rustikale Speisen. „Aber wir sind kein Restaurant“, sagt er. Das Essen soll regional, saisonal und überhaupt „tip-top“ sein. Regional ist seine Mission: „Alles, was man hier kaufen kann, kaufe ich hier“, sagt er. Die Möbel stammen aus der Region, die Handwerker sind von hier und Arbeitsplätze will er für Menschen von hier auch schaffen. Festangestellt soll das Personal in Küche und an der Theke sein. „Wenn es läuft, will ich auch ausbilden“, sagt der Braumeister.

Derzeit noch Baustelle: Das ehemalige Park-Café im Schlosspark. In der Vergangenheit befanden sich auch ein indisches Restaurant und italienische Gaststätten darin.

Dass Bedarf an einer originellen Gaststätte besteht, hat Ralf Kramer in den vergangenen Monaten gemerkt: „Ich könnte schon ein Terminbuch führen, ohne den Laden offen zu haben“. Noch muss er bei Buchungen und Anfragen passen - solange, bis er weiß, dass er die Termine halten kann.

Ein bisschen Galgenhumor hat er sich bewahrt: „Weil alles so lange dauert, konnte ich schon vieles in der Schenke selbst machen.“ Freunde und Verwandte helfen ebenfalls. Die Stadt Rotenburg ist Eigentümer des früheren Cafés und interessiert an einer langfristigen Lösung für das gastronomische Kleinod mitten im Schlosspark. „Die tun, was sie können“, ist Kramer sicher.

Innen ist die neue Gastwirtschaft so gut wie fertig. Bleibt das Warten auf die Baugenehmigung für das Brauhaus. „Wenn das steht, brauche ich noch etwa vier bis sechs Wochen, bis das erste Bier fertig ist.“ Dann hat das Warten ein Ende.

Weitere Informationen gibt es unter: www.bier-rotenburg.de

Mehr über den Gastwirt und was das Wort Schalander bedeutet, lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe und im E-Paper unserer Zeitung.

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