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Nach Ablehnung: Fräulein Glitzer möchte Heienbachschule immer noch kaufen

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Von: Christopher Ziermann

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Die städtischen Räumlichkeiten der früheren Heienbachschule haben Sanierungsbedarf. Gina Dahmen alias Fräulein Glitzer würde das Gelände gerne kaufen. 2020 war ihr Vorstoß von der Stadtpolitik abgelehnt worden. Nun möchte sie es erneut versuchen.
Die städtischen Räumlichkeiten der früheren Heienbachschule haben Sanierungsbedarf. Gina Dahmen alias Fräulein Glitzer möchte das Gelände kaufen, obwohl ihr erster Vorstoß 2020 von der Stadtpolitik abgelehnt wurde. © Christopher Ziermann

Die Gebäude der ehemaligen Rotenburger Heienbachschule haben Sanierungsbedarf. Gina Dahmen alias Fräulein Glitzer möchte das Gelände trotzdem kaufen.

Rotenburg – Bereits 2020 hat Gina Dahmen, auch bekannt unter ihrem Alias „Fräulein Glitzer“, versucht, das Gelände der ehemaligen Heienbachschule zu erwerben. Damals lehnte die Rotenburger Stadtpolitik ihren Vorstoß aber einmütig ab. Die Begründung dafür war, dass die Sporthalle und frühere Klassenräume von Vereinen genutzt werden. Das weiß auch Fräulein Glitzer. Sie ist sich aber sicher, dass eine gute Lösung für alle gefunden werden kann. „Eine Win-Win-Win-Situation“, sagt sie. Für sie als Unternehmerin, die hier gerne ihre Angebote für Kinderunterhaltung ausbauen würde. Für die Stadt als Eigentümerin, die sich die notwendigen hohen Renovierungskosten sparen könnte. „Und auch für die Vereine“, ist sich die 31-Jährige sicher. Denn die würden schließlich auch davon profitieren, wenn die Räume renoviert werden.

Gina Dahmen arbeitet hauptberuflich als Sekretärin in der Heinrich-Auel-Schule, hat sich aber auch als Fräulein Glitzer einen Namen in Rotenburg gemacht. Dabei organisiert sie, unterstützt von mehreren Angestellten, Kinder-Unterhaltung in verschiedenen Formen. Etwa für Kindergeburtstage, Firmenfeste und Hochzeiten. Für die Heienbachschule schweben ihr unter anderem Escape-Rooms speziell für Kinder vor, außerdem zum Beispiel ein Eltern-Kind-Café. „Es soll ein riesiger Spielplatz werden. Hier könnten aber zum Beispiel auch Fortbildungen stattfinden“, sagt die Rotenburgerin.

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Für ihre Pläne hatte sie vor drei Jahren bereits ausführliche Gespräche mit Architekten geführt und sich Zusagen für Kredite „im hohen sechsstelligen Bereich“ gesichert. Sie würde Teile des Gebäudes auch gerne als Wohnung nutzen. Nach der Ablehnung in Rotenburg ging sie auch in Bebra auf die Suche nach passenden Räumen für ihre Ideen. „Die Heienbachschule ist aber so eine perfekte Immobilie, da waren meine Maßstäbe dann einfach sehr hoch“, sagt Gina Dahmen. Sie wurde nicht fündig und entschied sich mit ihrem Mann stattdessen für einen privaten Hauskauf.

Der Haken: Die Stadtverordneten lehnten es 2020 ab, eine städtische Immobilie zu verkaufen, die von mehreren heimischen Vereinen und von der Volkshochschule genutzt wird. „Es ist schade, dass vor drei Jahren nicht richtig darüber geredet wurde, wie man eine Lösung für alle finden könnte. Das würde ich gerne tun“, sagt die 31-Jährige. Sie hat nach dem HNA-Artikel auch schon einmal vorgefühlt und mit einigen Vorsitzenden von Vereinen gesprochen, die derzeit die Turnhalle oder andere Räume auf dem Gelände nutzen. Die bisherigen Rückmeldungen seien positiv.

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Für Fräulein Glitzer spielen dabei drei Aspekte eine Rolle. Einerseits gibt es im Familienzentrum mittlerweile neue städtische Räumlichkeiten, die auch Vereine nutzen können, und ebenso Möglichkeiten im Bürgersaal und der Bernhard-Faust-Halle, die nicht ausgelastet seien. Grundsätzlich sei das Vereinsleben ja leider auch rückläufig. Aber: Auch wenn sie den Zuschlag für die Heienbachschule erhalten sollte, werde eine Nutzung für Vereine grundsätzlich möglich bleiben. Die Rahmenbedingungen würden sich ändern – und ob das für alle Beteiligten zufriedenstellend gelöst werden könnte, das könne man bei einem Austausch mit Stadt und Vereinen sicherlich erörtern.

Kleinigkeiten und größere Baustellen: Es gibt einiges zu tun.
Kleinigkeiten und größere Baustellen: Es gibt einiges zu tun. © Gudrun Schankweiler-Ziermann/Ar

Die gebürtige Rotenburgerin ist außerdem vor allem auch davon überzeugt, dass es im Interesse der Rotenburger wäre, wenn sie das Gelände kaufen darf. „So würde die Stadt sich und den Bürgern die immensen Renovierungskosten ersparen, die irgendwann fällig werden“, sagt Gina Dahmen. (Christopher Ziermann)

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