Auswanderer

Rotenburger Benjamin Funk lebt seit zwei Jahren mit Familie in Israel

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Deutsche Familie in Israel: Benjamin Funk (rechts) mit seiner Frau Alexandra und den vier Kindern. 

Rotenburg/Israel. Den Konflikt in Israel und die Angriffe am Gaza-Streifen erlebt Benjamin Funk aus Rotenburg hautnah. „Man lernt, mit der Angst und dem Krieg im Land zu leben“, sagt er.

Der 37-Jährige lebt seit etwa zwei Jahren in Israel, gemeinsam mit seiner Frau Alexandra und vier Kindern. Genauer gesagt im kleinen Ort Gan Ner im Norden des Landes. Syrien ist von dort aus nur 50 Kilometer Luftlinie entfernt, der Gaza-Streifen rund zwei Stunden mit dem Auto.

Die Konflikte im Land sind immer wieder Thema, auch wenn die Familie in einem ruhigen Dorf in einer sicheren Gegend lebt, wie er betont. Dennoch ist das Dorf aus Sicherheitsgründen umzäunt – was anfangs gewöhnungsbedürftig gewesen sei.

Dass er einmal in Israel, mehr als 4000 Kilometer entfernt von seiner nordhessischen Heimat, leben würde, hätte Funk nicht gedacht. Die Liebe verschlug ihn nach Nahost verschlug. Seine heutige Frau wanderte mit 18 Jahren nach Israel aus und war wegen eines Deutschland-Trips in Rotenburg unterwegs, als die beiden sich bei Freunden kennenlernten. Nach mehrmaligen Reisen ins Land war der Entschluss gefasst, auszuwandern. In Rotenburg arbeitete Funk als Mediendesigner, besuchte die Jacob-Grimm-Schule, spielte im Sportverein Badminton und engagierte sich im Kinderförderfond.

Den Schritt zur Auswanderung bereut er nicht. Er schwärmt vor allem von der israelischen Mentalität und Kultur. „Es sind sehr offene, großherzige Menschen“.

Große Unterschiede

Die Unterschiede zum Leben in Deutschland seien groß. „Das Leben beginnt hier oft erst abends“. Da werde man um 21 Uhr schon einmal spontan zum Kaffee trinken eingeladen. Die israelische Kultur beschreibt Funk als „Kultur zum Feiern“. Auch das positive Denken beeindruckt Funk. „Sie haben teilweise große Sorgen, aber denken immer positiv“. Gewöhnungsbedürftig seien anfangs die heißen Temperaturen gewesen. Im Sommer sind es bis zu 45 Grad, sechs Monate lang regnet es nicht.

Eine Sache vermisst der Rotenburger in Israel besonders – Ahle Worscht. „Wenn Freunde kommen, wünschen wir uns das immer als Gastgeschenk,“, sagt der 37-Jährige. In Israel isst man koscher, Fleisch- und Milchprodukte werden nicht zusammen gegessen. Ahle Worscht gibt es häufiger, denn jährlich besuchen Freunde aus Rotenburg die junge Familie, dann reisen sie gemeinsam durch den Norden des Landes.

Mit der hebräischen Sprache habe er anfangs Probleme gehabt. „Der Aufbau ist völlig anders, es dauert, bis man reinfindet“.

Von den Einheimischen sei die Famile gut aufgenommen worden. Funk sieht sich in gewisser Weise als deutscher Botschafter: „Wir sind uns unserer geschichtlichen Verantwortung bewusst, auch wenn man sie uns nicht vorwirft.“

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