Rotenburger Einrichtung des Evangelischen Diakonievereins feiert 25. Geburtstag

Das ist der jüngste Ausbildungsjahrgang an der Altenpflegeschule in Rotenburg: Auf dem Foto sind – jeweils von links – zu sehen: in der ersten Reihe Helena Werner, Ruth Knoth, Anda Miloloza und Maria Teichreb, in der zweiten Reihe Johanna Sadel, Madlen Schmidt, Sarah Biefel und Monique Beck. Dahinter stehen die kommissarische Schulleiterin Kathrin Klippert und Dr. Eva Kraft-Schneider, die Anatomie und Krankheitslehre unterrichtet. Beim Fototermin nicht dabei war der einzige angehende Altenpfleger des Kurses, Christian Hofmann. Fotos: Hefter

Rotenburg. Dass die Zahl der alten Menschen in Deutschland ansteigen und der Bedarf an Fachkräften in der Altenpflege wachsen wird, erkannten die Verantwortlichen des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf schon frühzeitig.

Der Verein gründete 1990 die Altenpflegeschule in Rotenburg, die jetzt ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

Mit dem Kreiskrankenhaus Rotenburg, dessen alleiniger Gesellschafter der Diakonieverein ist, der dazugehörigen Krankenpflegschule und dem Kreisaltenpflegezentrum in Rotenburg waren die Voraussetzungen für die Gründung einer Altenpflegeschule gut. Eine vergleichbare Einrichtung gab es zuvor in Rotenburg und Umgebung nicht. Die erste Leitende Unterrichtsschwester war damals Ursula Dangschat.

Mit allen Höhen und Tiefen

Aktuell wird die Schule kommissarisch von Kathrin Klippert geleitet, die Schulleiterin Schwester Corinna Conrad, zurzeit in Elternzeit, vertritt. „Altenpfleger ist ein toller Beruf, der weit über Körperpflege und Hilfe beim Essen hinausgeht“, betonte Kathrin Klippert. „Er ist anspruchsvoll und abwechslungsreich, erfordert viel Fachwissen, aber auch körperliche und seelische Belastbarkeit. Wir begleiten Menschen in der letzten Lebensphase mit allen Höhen und Tiefen.“ Jeder alte Mensch sei anders, und jeder Tag bringe neue Herausforderungen in positiver Hinsicht. „Menschen, die in der Altenpflege arbeiten, leisten auch Beziehungsarbeit und sind Bezugsperson, wenn es keine Angehörigen mehr gibt. Es gehört zu ihren Aufgaben, alte Menschen bei der Lebensgestaltung zu Unterstützen, ihre noch vorhandenen Fähigkeiten zu fördern und zu erhalten.“

In die Ausbildung fließe die evangelische Ausrichtung der Schule mit ein. „Darauf legen wir großen Wert“, sagte Klippert. Im Berufsalltag werden Altenpfleger immer wieder mit dem Tod konfrontiert, der für Christen aber nicht das Ende bedeute. Alle Schülerinnen treten während der Ausbildungszeit auf Probe in die Schwesternschaft des Diakonievereins ein und können anschließend entscheiden, ob sie bleiben wollen.

Die Zahl der Bewerbungen an der Altenpflegeschule ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Das liege aber nicht am Beruf, sondern an der demografischen Entwicklung, meinte die kommissarische Schulleiterin. „Es gibt zu wenige junge Menschen hier.“

Arbeitsplatzgarantie

Das bestandene Examen sei heutzutage eine Arbeitsplatzgarantie, betonte sie. „Ihre Stelle können sich die Berufsanfänger in der Regel aussuchen.“ Außerdem gebe es zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten. Man könne sich spezialisieren, zum Beispiel im Bereich Wundmanagement oder Hygiene, oder sich für einen Pflegstudiengang zu entscheiden, um später als Pflegedienst- oder Heimleitung zu arbeiten. Viele Gründe, sich zur Altenpflegerin beziehungsweise zum Altenpfleger ausbilden zu lassen, findet Kathrin Klippert. „Im nächsten Kurs ab Oktober sind noch Plätze frei.“

Von Susanne Hefter

Mehr über die Rotenburger Einrichtung lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Rotenburg-Bebraer Allgemeine.

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