Rotenburger Flüchtlingsunterkunft: Leiter sagt: „Es läuft ganz toll“

Warten im Sanitätsbereich: Bereitschaftsleiter Günter Wenczel vom DRK-Kreisverband Rotenburg (Mitte) ist mit einem 24-köpfigen Team zuständig für die medizinische Betreuung der Flüchtlinge. Unser Bild zeigt ihn mit Bewohnern und den Sanitäterinnen Silke Maxa, rechts, und Doreen Valentin. Fotos: Meyer

Rotenburg. 706 Flüchtlinge sind aktuell in der Rotenburger Alheimer-Kaserne, einer künftigen Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung, untergebracht. Alle Bewohner haben bereits ihre medizinische Erstuntersuchung hinter sich. Das ist nicht selbstverständlich, beim verantwortlichen DRK-Kreisverband Rotenburg ist man entsprechend stolz.

Vor drei Wochen hat der Kreisverband seine Arbeit in der Kaserne aufgenommen, berichtete Bereitschaftsleiter Günter Wenczel bei einem Pressetermin am Mittwoch in der Kaserne. Die Medienvertreter waren eingeladen worden, einen Blick auf das Gelände und in die Gebäude zu werfen. Besucher sind zum Schutz der Flüchtlinge normalerweise nicht zugelassen. Auch Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im hessischen Sozialministerium, Einrichtungsleiter Thomas Baader und Rotenburgs Erste Stadträtin Ursula Ender stellten sich den Fragen.

24 Menschen arbeiten im Sanitätsbereich, der rund um die Uhr besetzt ist. Darunter sind zwei Ärzte und 13 Sanitäter. Die Röntgenaufnahmen für die Erstuntersuchung werden in der Praxis von Dr. Flicker und seinen Kollegen gemacht, berichtete Thomas Baader.

500 bis 600 Patienten werden wöchentlich im Sanitätsbereich betreut, Dolmetscher sind immer dabei. Fünf Babys gibt es inzwischen in der Flüchtlingsunterkunft, um die sich auch eine Hebamme kümmert. „Wir haben gut zu tun“, sagt Bereitschaftsleiter Günter Wenczel.

Auch für „große Lagen“ ist man in der Kaserne bereits gerüstet, also für Fälle von Infektionskrankheiten, wie sie beispielsweise durch das Noro-Virus ausgelöst werden können. Ein Lager und ein Besprechungsraum wurden dafür hergerichtet.

Die Flüchtlinge selbst begneten dem Presstross freundlich und zugewandt. Mehrfach schallte ein „Thank you, Germany“, über das Gelände. Einzelne berichten von ihrer Flucht mit Booten, Bussen und zu Fuß. Die Erleichterung, endlich hier zu sein, wurde immer wieder deutlich. Manche gewährten einen Blick in ihre Zimmer, andere winkten aus den Fenstern.

Zufrieden mit der aktuellen Lage in der Kaserne ist auch Einrichtungsleiter Thomas Baader: „Es läuft ganz toll“, sagt er. Dass in der vergangenen Woche in der Öffentlichkeit von einer Messerstecherei in der Kaserne die Rede war, ärgert ihn. Es sei ein Streit unter Familien gewesen, keine Spur von einem Messer. Dass es bei vielen Menschen auf engem Raum zu Konflikten kommen kann, sei im übrigen nicht ungewöhnlich, sagte Baader, der ebenso wie Erste Stadträtin Ursula Ender bedauert, dass viele Gerüchte im Umlauf sind, die jeder Grundlage entbehrten.

Von Silke Schäfer-Marg

Mehr lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagsausgabe.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.