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Rotenburger Kneipentour verwandelte Lokale in Liveclubs

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Von: Susanne Kanngieser

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Punk ist während der Rotenburger Kneipentour quicklebendig: „The Amuse Girls“ wurden von ihren Fans im Jugendzentrum gefeiert. Eine
Punk ist während der Rotenburger Kneipentour quicklebendig: „The Amuse Girls“ wurden von ihren Fans im Jugendzentrum gefeiert. Eine © SUSANNE KANNGIESER

Zufriedene Organisatoren, ein musikalischer Retter und zehn Locations, in denen ordentlich die Post abging: Bei der Rotenburger Kneipentour verwandelten am Freitagabend partytaugliche Bands, Solo-Interpreten und ein DJ zehn Lokale in Livemusik-Clubs, in denen bis Mitternacht getanzt, gerockt und mitgesungen wurde. Die unterschiedlichen musikalischen Genres fügten sich passgenau in die Atmosphäre der Locations ein.

Rotenburg – Das neue Organisatoren-Team, Tobias Speckhaus und Hannah Peter, entspannte sich im Laufe des Abends, als absehbar war, dass die Lokale voller und der Andrang größer wurde. Ein Problem konnte dank eines beherzten Künstlers spontan gelöst werden: Ein Musiker der Coverband „Rockingham“ erkrankte an Corona, sodass die Gruppe ihren Auftritt in der Biermanufaktur absagen musste. Singer-/Songwriter Felix Kohlhoff rettete in letzter Minute den Abend bei Ralf Kramer. Er nahm den nächsten Zug von Stuttgart nach Rotenburg und stand pünktlich mit Gitarre und seiner kräftigen Stimme auf der Bühne. Sympathisch und professionell.

Gefeiert wurde auch vor den Locations, wie hier vor dem Black Pearl. Ein Stopp lohnte sich hier allemal.
Gefeiert wurde auch vor den Locations, wie hier vor dem Black Pearl. Ein Stopp lohnte sich hier allemal. © Kanngieser, Susanne

Keine Note zu viel, sondern auf den Punkt und voll auf die Zwölf – das könnte das Motto von „The Amuse Girls“ und „Sperm8“ sein, die im Jugendzentrum von ihren Fans gefeiert wurden. Berstender Punk, Rock und Hardcore mit klarer Ansage gegen Rechtsextremismus. Coversongs kommen immer gut an auf Partymeilen wie der Kneipentour. Ben Kyle brachte in der Galerie eigene Songs und Unplugged-Versionen bekannter Rock- und Popsongs zu Gehör. Wobei Kyles Interpretationen den Liedern eine persönliche Note verlieh.

Gecovert wurde ebenfalls im brechend vollen Black Pearl mit den musikalischen Stammgästen „Stripped Lounge“. Eine Extraprise Rhythmus-Pfeffer sorgte für ein ordentliches Groove-Gewürz und einer gut dosierten Mischung aus Schmusigem und Rockigem.

Im Neustadteckchen sang das Schlager-Duo Ma-Mi-Music unter anderem den DJ Ötzi-Hit „Noch in 100 000 Jahren“, und da musste nun wirklich keiner zum Tanzen aufgefordert werden. Volles Haus auch bei „Papa Joe“, wo „Red Carpet“ kraftvoll und mit der nötigen stimmlichen Durchschlagskraft begeisterte.

In den zehn Locations wurde getanzt und mitgesungen. Im Freundeskreis machte das noch mal so viel Spaß.
In den zehn Locations wurde getanzt und mitgesungen. Im Freundeskreis machte das noch mal so viel Spaß. © Kanngieser, Susanne

Ruhiger ging es in The Blue Cup and Cake zu. Julian Kretzschmar kam gut an mit seiner ausdrucksstarken Stimme und der musikalischen Virtuosität. Schier mitgerissen wurde das Publikum im Platzhirsch von den Klassikern, die „Beat Cuisine“ lieferte. Viele Nummern waren darunter, die auf keiner guten Party fehlen dürfen. Authentisch, ohne Netz und doppelten Boden. Zum Ausgleich spielte Lars Begerow im Pustekuchen nebenan auch ruhigere Töne. Er kombinierte Leichtigkeit und Tiefe mit eingängigen Kompositionen.

In der Shisha-Bar La Vie Lounge achtete man besonders auf die Anzahl der Gäste. War es zu voll, mussten Neuankömmlinge später wieder kommen. Beats und Soundexperimente mixte DJ Chilly-T zu sphärischen und dichten Klängen.

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