Die Kirche bittet zur Kasse

Rotenburger Kreissynode empfiehlt Werbung um Kirchgeld

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Haben gute Erfahrungen mit Fundraising, also dem Sammeln von Spenden und Sponsorengeld, gemacht: der Melsunger Dekan Norbert Mecke (links) und der Vorsitzende des Förderkreises Sanierung Evangelische Kirche Oberellenbach, Volker Nöding.

Bebra. Wer einer Gemeinde der evangelischen Landeskirche angehört, dürfte demnächst um ein Spende gebeten werden. Die Herbstsynode des Kirchenkreises Rotenburg hat den Gemeinden ans Herz gelegt, um ein freiwilliges Kirchgeld zu bitten.

Hintergrund ist die immer schwierigere Finanzierung von neuen Projekten in den Gemeinden.

Deshalb empfahlen die Delegierten bei zehn Enthaltungen einstimmig, „zur Stärkung einer verlässlichen, dauerhaften und planbaren Finanzausstattung und zur Sicherstellung einer lebendigen Gemeindearbeit“ das Instrument des Kirchgelds einzuführen. Personelle Unterstützung stellt der Kirchenkreis zur Verfügung.

Pfarrer Johannes Nolte aus Bebra skizzierte die finanzielle Situation der Kirchengemeinden: „Die Finanzzuweisungen der Landeskirche gehen ständig zurück, die laufenden Kosten steigen ständig an, und immer öfter stellt sich die Frage: Wie gewinnen wir Spielräume für das Beackern neuer Arbeitsfelder?“ Es gelte, nach neuen Geldquellen Ausschau zu halten, „mutig wegzuhüpfen und neue Gänge zu buddeln“.

Ähnlich sah es Martina Röhricht vom Bad Hersfelder Kirchenkreisamt, die den Synodalen aufzeigte, welche administrativen Hilfen das Amt für das Einwerben des Freiwilligen Kirchgeldes zur Verfügung stellen kann, was Förderkreise und Fördervereine leisten können, und wie die Landeskirche mit Mitteln des Kirchenerhaltungsfonds das Engagement von Kirchengemeinden honoriert.

„Gemeinsame Aktionen bringen eine Kirchengemeinde weiter!“, sagte Präses Reinhard Kerst. Im benachbarten Kirchenkreis Melsungen bitten seit 2007 alle Gemeinden ihre Glieder um eine Spende. Laut Dekan Norbert Mecke kommt so alljährlich ein Betrag von gut 100.000 Euro zusammen, der ausschließlich den Gemeinden zugute kommt. Er empfahl, bei der Bitte um ein Freiwilliges Kirchgeld auf spezielle Projekte aufmerksam zu machen oder die gesamte Arbeit vor Ort darzustellen: „Gute Gemeindearbeit ist das beste Argument für Spenden!“

Nicht viel anders sah es der Oberellenbacher Ortsvorsteher Völker Nöding, der den Förderkreis Sanierung Evangelische Kirche Oberellenbach vertrat. Seit 2008 seien über 67.000 Euro für die Bauarbeiten gesammelt worden - nicht zuletzt bei besonderen Aktionen. „Wir wollen die 100.000 Euro voll machen, aber wir wollen auch sehen, dass es jetzt endlich losgeht!“, sagte Nöding.

Von Wilfried Apel

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